Social-Media-frei
Der Podcast für Marketing ohne Likes, Reels & Selfies
Worum geht’s?
In diesem Podcast nehme ich soziale Medien kritisch unter die Lupe und spreche darüber, wie Selbstständige online sichtbar werden können, ohne ständig ihr Frühstück auf Insta zu posten.
Es geht um „immergrüne“ Marketingstrategien und darum, wie Selbstständige entspannt und nachhaltig ihre Produkte oder Dienstleistungen verkaufen.
Dauergeposte und Dauerhustle nicht nötig!
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Mythos: Social-Media-Marketing bringt schnell Ergebnisse
Dass ein Blog, Podcast, Newsletter oder SEO zu den langfristigen Marketingstrategien gehören, ist den meisten Selbstständigen bekannt. Social Media locken im Gegenzug mit Kurzfristigkeit und schnellen Erfolgen. Was ist da dran? (Spoiler: In den meisten Fällen nicht viel.)
Dass ein Blog, Podcast, Newsletter oder SEO zu den langfristigen Marketingstrategien gehören, ist den meisten Selbstständigen bekannt. Social Media locken im Gegenzug mit Kurzfristigkeit und schnellen Erfolgen. Was ist da dran? (Spoiler: In den meisten Fällen nicht viel.)
Folge anhören:
Transkript lesen:
Blog, SEO, Podcast, Newsletter sind allesamt langfristige Strategien. Geht es mit Social Media schneller? In dieser Folge habe ich wieder eine Frage mitgebracht, die ich per E-Mail bekommen habe.
Oder vielmehr ist das keine wirkliche Frage, sondern eine Sorge, die jemand mit mir zum Social-Media-freien Ansatz geteilt hat.
Ich lese mal vor:
„Hallo Alex, toller Ansatz, den du da hast. Ich habe aber noch etwas die Sorge, dass ich lange warten muss, bis ich Ergebnisse sehe bei langfristigen Strategien. Der Vorteil bei Social Media ist halt, dass ich schnell Menschen in meine E-Liste bekomme ...“
Ja, ein wichtiges Thema, über das ich unbedingt in dieser Folge reden wollte, denn … ich höre das tatsächlich öfter, dass Selbstständige sagen, dass Social-Media-Marketing uns kurzfristig Ergebnisse bringt und wir dann beispielsweise schneller Anmeldungen für unseren Newsletter bekommen.
Aber gehen wir der Reihe nach vor:
Dass ein Blog, SEO, Newsletter oder auch ein Podcast zu den langfristigen Strategien gehören, stimmt natürlich absolut.
Auch wenn es manchmal Selbstständige gibt, deren Podcasts oder Blogs einschlagen wie eine Bombe, sollten die allermeisten definitiv mit Monaten rechnen, bis sie tatsächlich brauchbare Resultate sehen.
Bestes Beispiel: SEO.
Wer heute einen Blogartikel schreibt und ihn für ein Keyword optimiert, kann nicht davon ausgehen, dass er gleich in drei Tagen auf der allerersten Seite rankt, wenn jemand in Google nach diesem Begriff sucht. Das dauert in der Regel Wochen, wenn nicht Monate oder Jahre.
Vor allem, wenn man gerade erst startet.
Eine Kundin hatte mir erst neulich erzählt, dass es bei ihr neun Monate gedauert hat, bis sie mit SEO so viele Menschen auf die Website bekommen hat, dass sie sagen konnte, dass es ihr wirklich was bringt.
Neun Monate klingen jetzt natürlich nicht sooo attraktiv für Selbstständige und Unternehmen. Wer möchte schon so lange warten, bis er endlich online sichtbar wird?!
Deshalb zieht es dann viele erst einmal zum Start zu Social Media, denn:
Ein Account ist natürlich schnell angelegt.
Ein erster Post ist in wenigen Minuten veröffentlicht.
Und die ersten Kommentare und Likes trudeln innerhalb von Sekunden ein.
Natürlich liegt es dann nahe zu sagen, dass Social Media eine „kurzfristige“ Strategie ist und uns „schnell“ Erfolge bringen kann.
Aber in den allermeisten Fällen ist das tatsächlich ein Trugschluss.
Zum einen ist es ja so, dass Follower, Likes und Kommentare uns erst einmal keine Kund*innen bringen.
Sie können zwar ein Zeichen dafür sein, dass Menschen unsere Inhalte gut finden und unser Thema gut ankommt, aber wir können von Likes alleine nun mal keine Miete oder kein Essen zahlen.
Und wenn wir jetzt mal weitergehen zu, sagen wir mal, Websitebesucher*innen oder Newsletteranmeldungen, ist es für die meisten Selbstständigen und Unternehmen so, dass … das alles organisch und innerhalb kürzester Zeit zu bekommen, für die allermeisten komplett unrealistisch ist.
Das liegt daran, dass das von Social-Media-Plattformen ja gar nicht gewünscht ist.
Ihr Geschäftsmodell besteht ja daraus, dass sie Daten sammeln und diese Daten an Werbetreibende verkaufen.
Und deshalb haben Instagram, Facebook und Co. gar nicht das Ziel, dass Menschen die Social-Media-Plattformen wieder verlassen, um beispielsweise sich irgendwo anders für einen Newsletter anzumelden.
Im Gegenteil: Ihr großes Ziel ist, dass Menschen möglichst lange auf den Plattformen bleiben, damit sie möglichst viele Daten sammeln und möglichst viele Werbeanzeigen ausspielen können.
Deshalb belohnen Algorithmen auch diejenigen Beiträge mit Reichweite, die viel Engagement erzeugen (und damit eben die Verweildauer erhöhen) und gerade nicht die Beiträge, die Klicks auf deine Website zum Ziel haben.
(Denn diese verringern ja gerade die Verweildauer eines jeden Nutzers und führen dazu, dass die Plattformen weniger Daten sammeln und weniger Werbeanzeigen ausspielen können.)
Und deshalb ist es in den letzten Jahren schwierig, ja nahezu unmöglich geworden, organisch wirklich nennenswert Traffic mit Social Media zu generieren.
Ganz zu schweigen davon, Newsletteranmeldungen zu bekommen.
Vor allem für diejenigen, die gerade erst starten.
Wenn du also frisch gegründet hast und sagst „Challenge accepted“, wartet eine Meeeenge Arbeit auf dich.
Denn die Anforderungen der Algorithmen sind
ständige Präsenz auf den sozialen Netzwerken
ewige Weiterbildung und
Offenheit für Trends und neueste Entwicklungen
Mit „schnell“ und „kurzfristig“ hat organisches Social-Media-Marketing also nichts zu tun.
Gerade, wenn du startest, brauchst du Monate oder sogar Jahre, um eine Plattform zu verstehen und eine Community aufzubauen. Und, wie gesagt, von den schnellen Likes und Kommentaren alleine, die du vielleicht ja tatsächlich bekommst, kannst du deine Miete noch nicht bezahlen.
Ein – zumindest auf den ersten Blick – schnellerer Weg, mit Social Media die E-Mail-Liste aufzubauen, sind sicherlich Werbeanzeigen auf Social Media.
Und ja: Natürlich kannst du, wenn du das entsprechende Geld investieren willst, dir das organische Posten und Interagieren sparen und gleich dein Freebie bewerben.
Doch auch hier gibt es ein großes Problem: Wenn du noch nie vorher eine Werbekampagne geschaltet hast, musst du es erst lernen. Und diese Lernphase wird von den meisten Einsteiger*innen chronisch unterschätzt.
Ich mein: Klar kannst du schnell dein Werbeanzeigenkonto anlegen und deine erste Werbekampagne aufsetzen – doch das heißt nicht automatisch, dass deine Werbekampagne auch wirklich erfolgreich sein wird und dir Newsletteranmeldungen bringen wird.
In den allermeisten Fällen brauchst du Tage, um dich überhaupt im Werbeanzeigenmanager zurechtzufinden.
Du brauchst, ich würde sagen, weitere Wochen, um gute Custom Audiences und Lookalike Audiences aufzubauen.
Du brauchst mehrere Testläufe, bis du überhaupt weißt, welche Grafiken oder Videos am besten funktionieren.
Und auch ein „Funnel“, falls du einen aufbauen möchtest, steht nicht mit einem Fingerschnipsen, sondern muss über Wochen oder gar Monate optimiert werden.
Das heißt: Die Strategie, deine E-Mail-Liste mit Werbeanzeigen aufzubauen, mag funktionieren.
Doch mit „schnell“ und „kurzfristig“ hat das in den allermeisten Fällen nichts zu tun.
Die einzige Alternative, wo ich sagen würde: Ja, so kannst du wirklich relativ schnell mit Social Media deine E-Mail-Liste aufbauen, ist, wenn du die Werbeanzeigen gleich von einem Profi oder einer Agentur machen lässt.
Doch das kostet – zusätzlich zum Werbebudget noch mindestens eine vierstellige Summe pro Monat – und wird gerade für blutige Einsteiger*innen eher unrealistisch sein.
Tja. Und nun?!
Im Grunde ist der Ansatz von der Grundidee schon richtig:
Ein sinnvoller Mix aus kurz- und langfristigen Strategien ist das Beste, was alle Neulinge aus meiner Sicht anstreben können.
Nur: Kurzfristige Strategien wären für mich sicher nicht Facebook, Instagram und Co., sondern eher so etwas wie
alte Kund*innen kontaktieren
sein Netzwerk mobilisieren
Freunde, Bekannte, Familie fragen
Nimm dir also eine Stunde Zeit, liste all deine Kontakte auf und schreib ihnen noch heute eine Mail, dass du dich selbstständig gemacht hast und bereit für neue Projekte bist.
Oder von mir aus, dass du jetzt einen Newsletter gestartet hast und dass sie sich anmelden können.
DAS geht wirklich schnell.
Und ist aus meiner Sicht viel schneller als mit Social Media.
Shownotes:
Ich werde 40 und versuche, nicht durchzudrehen (klappt semigut)
Ich nehme meinen runden Geburtstag zum Anlass, mal über 40-jährige Frauen in den (sozialen) Medien zu sprechen. Warum werden sie in dieser Lebensphase medial nahezu unsichtbar? Wie wird mit ihnen Marketing gemacht? Wie wird über ihre Körper gesprochen?
Ich nehme meinen runden Geburtstag zum Anlass, mal über 40-jährige Frauen in den (sozialen) Medien zu sprechen.
Warum werden sie in dieser Lebensphase medial nahezu unsichtbar?
Wie wird mit ihnen Marketing gemacht?
Wie wird über ihre Körper gesprochen?
Folge anhören:
Transkript lesen:
Der Titel der Podcastfolge hat es ja schon so ein bisschen verraten: Ich werde vierzig. Heute.
Nun könnte man natürlich sagen: Ach komm, ist doch ein Geburtstag wie jeder andere, aber mir ist – wie schon bei meinem dreißigsten Geburtstag – unfassbar bewusst, dass ich das Lebensjahrzehnt wechsle.
Aber gut. Ich möchte da auch gar nicht so sehr weiter darauf eingehen, sondern diesen runden, ja fast schon beängstigenden Geburtstag zum Anlass nehmen, mal über vierzigjährige Frauen in den Medien zu reden.
Denn das ist eine mega spannende Sache, finde ich.
Und starten möchte ich mit meiner Beobachtung, dass Frauen medial unsichtbar werden, wenn sie vierzig werden.
Das ist mir schon früher in Filmen aufgefallen, wo es entweder junge Protagonistinnen in den Zwanzigern gibt, oder Coming-of-Age-Geschichten mit jugendlichen Frauen oder Frauen in den Dreißigern, die Kinder kriegen und, ja, den ganzen Stress meistern müssen.
Aber sobald Frauen vierzig werden, verschwinden sie irgendwie aus den meisten Filmen, als gäbe es keine spannenden Geschichten mehr über sie zu erzählen.
Und es ist wirklich nicht leicht, auch nur eine Handvoll guter Filme oder Serien aufzuzählen, in denen eine vierzigjährige Frau im Mittelpunkt steht.
Wenn Frauen dann wieder älter werden, so ab 60, tauchen sie dann mysteriöserweise wieder auf … als Nebenfiguren in Filmen und Serien, beispielsweise als Oma oder als Chefin eines Konzerns wie zum Beispiel Miranda Priestley in Der Teufel trägt Prada.
Ja, aber in den Vierzigern scheint es irgendwie so eine Unsichtbarkeitsphase für Frauen zu geben.
Ich kenn da jetzt keine Studie dazu, es ist einfach nur eine persönliche Beobachtung.
Und natürlich interessieren mich jetzt mit 40 andere Themen als noch mit 20. Deshalb würde ich es mir definitiv wünschen, da in Filmen mehr repräsentiert zu werden.
Und ich merke auch, wenn wir zuhause Filme für den Filmabend aussuchen, habe ich immer öfter Probleme, da einen passenden interessanten Film zu finden, weil, wie gesagt:
Frauen in meinem Alter mit meinen Themen kommen eben kaum mehr in Filmen vor.
Und wenn wir auf Social Media gucken, scheint es mir recht ähnlich zu sein, was natürlich auch damit zu tun hat, dass vor allem jüngere Frauen Social-Media-Kanäle wie Instagram zum Beispiel nutzen. Etwa 60-70% von ihnen sind unter vierzig.
Das hat natürlich zur Folge, dass Frauen ab vierzig auf Social Media weniger repräsentiert werden.
Und interessanterweise gab es auch mal eine Studie, in der 500 übervierzigjährige Frauen befragt wurden und sie haben gesagt, dass
sie sich von Marken unterschätzt fühlen (vor allem was ihre Finanzen und ihre Intelligenz angeht)
und dass Marken auch dazu beitragen, ein negatives, stereotypisches Bild von Frauen in den Vierzigern aufrechtzuerhalten in ihren Marketingbotschaften
Vierzigjährige Frauen fühlen sich von Marken also nicht richtig wahrgenommen. Und ja, mein subjektiver Eindruck passt auf jeden Fall dazu auch.
Interessant ist dann auch, wie über die Körper von vierzigjährigen Frauen gesprochen wird.
Dazu habe ich mir mal angeguckt, wie über die Instagram-Selfies von vierzigjährigen Stars gesprochen wird, z.B. in Onlinemagazinen.
Und da fallen dann tatsächlich solche Kommentare wie:
Schönheit kennt kein Alter
Kaum zu glauben, dass sie schon 47 Jahre alt ist!
Das Alter sieht man ihr definitiv nicht an.
Das Alter scheint ja spurlos an ihr vorbeizugehen.
Mit 41 Jahren kann sich ihre sportliche Silhouette auch mehr als sehen lassen.
Oder mein Favorit: Das aufblasbare Pooltier würde vor Neid grün anlaufen, wenn es wüsste, dass die attraktive Blondine 46 Jahre alt ist.
Ja, ich wünschte, ich hätte mir das alles ausgedacht, aber diese Kommentare werden tatsächlich über die Körper von vierzigjährigen Frauen gebracht.
Und als Germanistin kann ich natürlich nicht anders, als darauf hinzuweisen, dass diese Kommentare zunächst einmal wegen ihrer konversationellen Implikatur problematisch sind.
Konversationelle Implikatur bedeutet, dass wir es zwar nicht explizit sagen, dass Vierzigjährige nicht schön sind, sondern es stillschweigend mitmeinen.
Und das liegt an den sogenannten Konversationsmaximen, die der Sprachphilosoph Grice in den 60ern „entdeckt“ hat. Und in unserem Beispiel gilt die Maxime der Relevanz.
Wäre es in der Kommunikation nicht relevant, extra zu betonen, dass Vierzigjährige einen schönen Körper haben, würde man es erst gar nicht so formulieren.
Grice gibt in seinem Text das Beispiel vom Kapitän und dem Maat.
Der Kapitän schreibt ins Logbuch: Heute, 11. November, der Maat ist betrunken. Der Maat liest den Eintrag, wird wütend und schreibt: Heute, 12. November, der Kapitän ist nicht betrunken.
Die Implikatur ist hier klar: Normalerweise ist der Kapitän betrunken, doch heute – es geschehen noch Zeichen und Wunder – mal nicht!
Das ist die Maxime der Relevanz.
Und sie greift natürlich auch, wenn wir sagen:
Heute war das Essen in der Mensa mal lecker.
Oder: Heute hat Michael mal selbst das Klo geputzt.
Wir implizieren mit diesen Sätzen, dass der Normalfall ein ganz anderer ist.
Und deshalb mögen Kommentare wie „Das Alter scheint ja spurlos an ihr vorbeizugehen“ vielleicht als Kompliment gemeint sein, aber für alle anderen Vierzigjährigen bedeutet das: Der Normalfall ist ein ganz anderer.
Aber das noch größere Problem ist natürlich der Fakt, dass:
Vierzigjährige Frauen medial kaum noch stattfinden, es sei denn, sie haben – auch noch mit vierzig – einen normschönen Körper.
Das scheint mir eine der wenigen Berechtigungen für Vierzigjährige zu sein, medial Raum einzunehmen. Und das ist natürlich mehr als problematisch für das Jahr 2023.
Vierzigjährige mit nicht normschönen Körpern, Women of Colour, Muslimas, Transfrauen oder generell Vielfalt von Frauenkörpern ab 40 sieht man auf Social Media vergleichsweise selten.
Das ist übrigens auch in Bilddatenbanken so, und ich hab bei meiner Recherche für diese Podcastfolge öfter mal gelesen, dass es wohl schwierig sein soll, Stockfotos mit Frauen ab vierzig zu finden, vor allem wenn sie nicht so klischeehaft sein sollen, sondern die Vielfalt von Körpern abbilden sollen.
Frauen ab Vierzig in den Medien. Ein sehr spannendes Thema und ja, ich gehör jetzt auch dazu.
Und zum Schluss noch ein kleiner Appell:
Egal, wie alt du bist, ob 20, 30, 40, 50, 60, 70, 80 oder noch älter – natürlich darfst du online stattfinden, selbst wenn du nicht so viele Menschen in deinem Alter online siehst – auf den Kanälen, die du nutzt.
Ich bin mir natürlich als jemand, die selbst gerade vierzig geworden ist und ja bewusst Social Media nicht nutzt, der Ironie dieses Appells bewusst.
Doch es geht mir ja nicht nur um soziale Medien, sondern um die Onlinewelt an sich. Mit allem, was dazu gehört.
Und deshalb ist jede Wortmeldung, jeder Blogbeitrag, jede Podcastfolge, jeder Newsletter oder, für was auch immer du dich entscheidest, wichtig, weil er die Onlinesichtbarkeit von Frauen in deiner Altersgruppe stärkt, und ja, ich glaube, das würde allen Gruppen von Frauen extrem guttun.
Dann würden alle davon profitieren, wenn wir die Vielfalt von Lebensentwürfen und Körpern sichtbar machen und Frauen in jedem Alter in ihrer ganzen Individualität zeigen.
Shownotes:
Black Friday fürs Marketing nutzen?
Der Black Friday erinnert mich irgendwie an Social Media, denn: Ganz viele Menschen finden es eigentlich doof, gleichzeitig ist da aber auch so ein Gefühl von „Alle machen das. Also muss ich irgendwie auch mitmachen.“ Wie gehen wir als Selbstständige und Unternehmen mit dem Black Friday um? Ich hab dir in dieser Podcastfolge drei Fragen mitgebrachten, mit denen du das für dich herausfinden kannst.
Der Black Friday erinnert mich irgendwie an Social Media, denn:
Ganz viele Menschen finden es eigentlich doof, gleichzeitig ist da aber auch so ein Gefühl von
„Alle machen das. Also muss ich irgendwie auch mitmachen.“
Wie gehen wir als Selbstständige und Unternehmen mit dem Black Friday um? Ich hab dir in dieser Podcastfolge drei Fragen mitgebrachten, mit denen du das für dich herausfinden kannst.
Folge anhören:
Transkript lesen:
In dieser Podcastfolge möchte ich mit dir über den Black Friday sprechen. Der findet jedes Jahr Ende November statt. Das heißt, er naht gerade mit großen Schritten heran.
Und der Black Friday erinnert mich irgendwie an Social Media, denn:
So wie bei Social Media scheint mir, dass auch ganz viele Menschen den Black Friday eigentlich total doof finden, gleichzeitig ist da aber auch so ein Gefühl von
„Alle machen das. Also muss ich irgendwie auch mitmachen.“
Hat also fast schon einen Gruppenzwangcharakter. Irgendwie. Social Media und Black Friday.
Mir geht es natürlich gar nicht darum, was wir da jetzt als Privatmenschen mit dem Black Friday anstellen, das kann jede und jeder so handhaben, wie er oder sie will.
Sondern natürlich als Unternehmer*innen.
Machen wir mit bei der Preisschlacht? Veranstalten wir irgendwelche Rabattaktionen? Oder halten wir uns da mehr oder wenig bewusst raus?
Wenn du selbst da noch hin und her überlegst, was du dieses Jahr mit dem Black Friday anstellst, könnte diese Podcastfolge interessant für dich sein.
Denn ich habe dir heute drei Fragen mitgebracht, die du dir stellen kannst, um für dich zu entscheiden, wie du es mit dem Black Friday halten willst.
Okay, dann lass uns gleich mit der ersten Frage einsteigen.
Und die erste Frage, die du dir aus meiner Sicht stellen solltest, ist:
Willst du überhaupt mit Rabatten arbeiten?
Ich gebe dir mal ein Beispiel:
Ich hatte vor rund 1,5 Jahren mal selbst eine „Rabattaktion“ im Frühjahr laufen, bei der es für mein damaliges Blogmentoring 10% Rabatt gab, wenn es bis zu einer bestimmten Deadline gekauft wurde.
Und als mich eine Interessentin einmal fragte, wie denn der Preisunterschied genau wäre, wenn sie das Mentoring
… mit Einmalzahlung oder in Raten …
… mit oder ohne Rabatt kaufen würde, wurde mir richtig schwindelig.
Es gab einen regulären Preis als Einmalzahlung.
Es gab einen etwas höheren Preis, falls Ratenzahlung gewünscht wurde.
Und in der „Frühlingsaktion“ dann 10% Rabatt auf den regulären Preis als Einmalzahlung.
Und schließlich 10% Rabatt auf den etwas höheren Preis, falls Ratenzahlung in der Frühlingsaktion gewünscht war.
Ich rechnete also die verschiedenen Preise für die Interessentin durch und merkte: Gott, hatte ich eine komplizierte Preisstruktur für mein Blogmentoring!😅
Und dann kam bei mir eine Frage hoch, die ich die Jahre zuvor erfolgreich ignorierte, nämlich:
Warum nur mache ich mir mein Leben und das Leben von anderen Menschen so unfassbar kompliziert?
Da ich ja durch eine klassische Onlinemarketingschule gegangen bin und quasi mit Webinarrabatten und Frühbucherpreisen „groß geworden“ bin, wenn man so will, habe ich es jahrelang nie hinterfragt, mit Rabatten zu arbeiten.
Es war total normal für mich.
Und bei eben dieser Frühlingsaktion fiel es mir dann wie Schuppen von den Augen, dass ich überhaupt gar nicht mit Rabatten arbeiten wollte, sondern Preise lieber völlig ohne Gedöns gestalten wollte.
Also:
Ich hab ein Produkt. Und das kostet Betrag X. Und dieser Betrag bleibt immer gleich, egal ob gerade Frühlingsanfang, Valentinstag, Black Friday oder „Hast du gepupst“-Tag ist. (Und ja: Den „Hast du gepupst“-Tag gibt es wirklich.)
Das war also die erste Frage: Willst du mit Rabatten arbeiten oder nicht?
Es ist vollkommen okay, für sich zu entscheiden, nicht mit Rabatten arbeiten zu wollen.
Nun zu Frage Nummer zwei, die du dir stellen kannst. Und das ist:
Passt der Black Friday überhaupt zu deinen Werten?
Ich denke da an all die Unternehmen und Selbstständigen, die zum Beispiel für Nachhaltigkeit oder Achtsamkeit stehen.
Also sogenannte „Purpose driven“-Unternehmen.
Da lohnt es sich definitiv mal zu überlegen, ob man sich da nicht mehr oder weniger widerspricht, wenn man zu unreflektiertem Konsum animiert.
Mich persönlich stört zusätzlich auch noch die künstliche Verknappung bei der ganzen Geschichte, also dass man sagt:
Wir legen willkürlich einen Tag fest, an dem wir alle wie verrückt konsumieren und Schnäppchen jagen.
Und als Unternehmerin locke ich dann mit Rabatten und dann ist quasi meine Aufgabe, den ganzen Tag auf meinen Kanälen zu verbreiten: Hey, gleich ist der Black Friday vorbei, sicher dir noch schnell das Angebot, bevor es weg ist.
Da arbeitet man natürlich extrem mit künstlicher Verknappung und FOMO und das ist ethisch … zumindest fragwürdig.
Ich selbst habe es mir ja inzwischen auf die Fahnen geschrieben, beim Verkaufen nicht mehr mit FOMO und künstlicher Verknappung zu arbeiten, deshalb würde ich es als extrem unpassend für mich empfinden, beim Black Friday mitzumachen.
Und wenn es dir ähnlich geht und du merkst:
Das, was der Black Friday von mir als Unternehmerin verlangt, passt eigentlich gar nicht zu meinen Unternehmenswerten, lohnt es sich definitiv, zu überlegen, ob der Black Friday dann der passende Tag für dein Marketing sein soll.
Und schließlich Frage Nummer 3:
Kannst du den Black Friday als Aufhänger nutzen, um Stellung zu beziehen?
Denn dass du nicht in die Rabattschlacht ziehst, heißt ja nicht, dass du den Black Friday komplett ignorieren musst.
Also, du kannst ihn natürlich vollkommen ignorieren, wenn du willst. Aber du musst nicht.
Du kannst zum Beispiel im Vorfeld Menschen darüber informieren, dass du nicht am Black Friday mitmachen wirst. Das mach ich jetzt zum Beispiel so mit dieser Podcastfolge.
Oder du kannst nach dem Black Friday darüber sprechen, warum du nicht mitgemacht hast.
Und natürlich kann man sogar auch noch einen Schritt weitergehen und ein Statement setzen,
z.B. indem man die Einnahmen, die an diesem Tag zustandekommen, komplett spendet oder dass man seinen Onlineshop für einen Tag ganz schließt.
Es gibt also viele verschiedene Möglichkeiten, den Black Friday ins Marketing aufzunehmen, ohne da gleich mitzumachen.
So, das waren also meine drei Fragen für den Black Friday kurz und knackig.
Also:
Willst du überhaupt mit Rabatten arbeiten?
Passt Black Friday und das, was er von dir als Unternehmer*in verlangt, überhaupt zu deinen Werten?
Und: Kannst du den Black Friday als Aufhänger nutzen, um Stellung zu beziehen?
Und wie auch immer du dich da entscheidest, ich hoffe, dass du den Black Friday genauso gestaltest, wie er sich für dich und dein Unternehmen stimmig anfühlt.
Shownotes:
Breaking up with Facebook
Toxische Beziehungen soll man ja beenden, und deshalb habe ich Anfang 2022 mit Mark Zuckerberg Schluss gemacht und mein Facebook-Konto gelöscht. Du erfährst in dieser Podcastfolge, wie es zu diesem Entschluss kam (denn Facebook zu löschen macht man als Selbstständige ja nicht unbedingt leichtfertig) und wie das Ganze abgelaufen ist.
Toxische Beziehungen soll man ja beenden, und deshalb habe ich Anfang 2022 mit Mark Zuckerberg Schluss gemacht und mein Facebook-Konto gelöscht.
Du erfährst in dieser Podcastfolge, wie es zu diesem Entschluss kam (denn Facebook zu löschen macht man als Selbstständige*r ja nicht unbedingt leichtfertig) und wie das Ganze abgelaufen ist.
Vielleicht kommst du dadurch ja auch selbst zu dem Entschluss, die Beziehung zu Mark zu beenden …
Folge anhören:
Passend zu dieser Folge:
Mein „Abschiedsbrief“ an Mark Zuckerberg
Transkript lesen:
Toxische Beziehungen soll man ja beenden, und deshalb habe ich Anfang 2022 mit Mark Zuckerberg Schluss gemacht.
Unsere Beziehung war von Anfang an: kompliziert, um es mal in Marks Worten zu sagen.
Irgendwann war das nur noch ein Kampf und ja, trotz intensiver Paartherapie und ernsthaften Bemühungen haben wir beide es nicht geschafft.
Und ich hab Mark in die Wüste geschickt.
Und ja, in dieser Podcastfolge möchte ich dir erzählen, warum ich mein Facebook-Konto gelöscht hab. Und wie das Ganze abgelaufen ist.
Du bekommst eine detaillierte Chronologie der Ereignisse. Nein, Quatsch.
Aber ja … Facebook löschen macht man ja nicht einfach so aus Jux und Dollerei als Selbstständige. Es heißt ja von allen Seiten, dass wir unbedingt Facebook oder zumindest Facebook-Ads brauchen.
Und ja, das habe ich jahrelang auch so geglaubt und deshalb hat es gefühlt auch ewig gedauert, bis ich mich getraut habe, mit Mark Schluss zu machen. Facebook war tatsächlich der vorletzte Kanal, den ich gelöscht habe.
Danach kam nur noch Pinterest. Aber das ist eine Geschichte für ein anderes Mal.
Okay: Wie kam ich überhaupt auf den Gedanken, als Selbstständige Facebook löschen zu wollen. Das hatte tatsächlich selbst mich überrascht.
Ich hab – vor einigen Jahren inzwischen – ein Buch gelesen. Das war auch jetzt gar nicht weiter spannend das Buch, aber die Autorin hatte eine Übung beschrieben, bei der es darum ging, seinen tiefsten Wünschen auf die Spur zu kommen. Und ich hab diese Übung gemacht und ich dachte, bei mir kommt bestimmt sowas raus wie: Ich will unbedingt ein Buch schreiben oder an einen irgendeinen exotischen Ort reisen, an dem ich noch nie war.
Aber ich entdeckte bei der Übung tatsächlich, dass ein tiefer Wunsch zu dieser Zeit bei mir war, ohne Facebook selbstständig zu sein und Marketing zu machen.
Wir waren da mitten in der Pandemie und Facebook war super, super anstrengend zu der Zeit. Mir wurden ständig furchtbare Posts in den Feed gespült und ich konnte es wirklich nicht mehr ertragen, dort zu sein. Die Vorstellung, da nicht mehr hin zu müssen, war unfassbar verlockend für mich.
Allerdings war ich zu der Zeit total an Facebook gebunden, nicht nur wegen der Werbeanzeigen, die ich damals noch schaltete, sondern auch, weil ich in FB-Gruppen Kund*innen aus meinen Onlineprogrammen betreute.
Und als ich dann diesen tiefen Wunsch in mir identifizierte, war mein erster Gedanke:
Woah. Jetzt bist du aber komplett verrückt geworden. Denn ja, auch für mich war damals meine Selbstständigkeit unweigerlich mit Facebook verbunden, selbst wenn mich der Kanal total nervte. Und ich konnte es mir wirklich mal so gar nicht vorstellen, nicht auf Facebook zu sein.
Also ich hab es mir gewünscht, aber ich hab eigentlich nicht daran geglaubt, dass es tatsächlich möglich wäre.
Und deshalb ließ ich diesen Wunsch erst einmal liegen und wusste gar nicht, ob und wenn ja, wie ich das Ganze angehen sollte. Aber irgendwann war der Leidensdruck einfach so groß, dass ich dachte: Okay, versuch es mal, dein Business und Marketing zu „ent-facebooken“.
Was mich bei diesem Wunsch bestärkt hat, war der Fakt, dass Facebook mir im Grunde eh gar nicht mehr dabei geholfen hatte, großartig Kund*innen zu gewinnen.
Und deshalb empfehle ich auch in meinen Beratungen, da mal selbst auf Spurensuche zu gehen und beispielsweise aktuelle Kund*innen mal zu fragen, wie sie auf dich aufmerksam wurden. Vielleicht ist da Social Media gar nicht so dabei, wie man glaubt.
Oder wenn du eher automatisiert Kurse verkaufst, z.B. eine automatisierte Umfrage zu machen und zu gucken, kommen die Menschen, die kaufen, überhaupt von Facebook oder nicht?
Oder für diejenigen, die Google Analytics oder ein ähnliches Tool nutzen, kann man auch immer Zielvorhaben anlegen und so die Pfade genau nachverfolgen.
Ja, also wer solche Informationen hat, hat dann auch einen rationalen, völlig legitimen, triftigen Grund, zu sagen: Facebook bringt mir eigentlich gar nichts. Und deshalb ist es auch wenig sinnvoll, dass ich da zu viel Zeit reinstecke.
Und das war eben bei mir der Fall, dass ich gesehen hab: Okay, ich poste und gehe live usw., aber die Menschen wollen dadurch nicht zwingend mehr mit mir zusammenarbeiten.
Die Wahrscheinlichkeit, dass es dir so oder so ähnlich geht, ist recht hoch, denn 2018 wurde ja die Reichweite von Unternehmensseiten auf FB beschränkt zugunsten privater Profile, sodass es seit ein paar Jahren völlig üblich ist, mit den Beiträgen, die man von Unternehmensseiten postet, nur noch wenige Menschen zu erreichen.
Nun könnte man ja sagen: Ja, hättest du doch mal mehr Storys gemacht oder in Reels getanzt, dann hätte es bestimmt besser mit der Reichweite geklappt. Und: Ja, das hätte ich machen können. Aber:
Ich wollte nicht.
Ich finde nämlich diesen Gedanken, dass Mark einfach so bestimmen kann, wie ich meinen Arbeitstag gestalte, ganz, ganz furchtbar. Das darf kein Mann machen und erst recht nicht Mark.
Die Vorstellung, dass Mark alle paar Monate einfach festlegen kann, dass jetzt mal Beiträge funktionieren, dann plötzlich Fotos, dann Videos, dann Live-Videos, nein, jetzt doch lieber Storys, diese Vorstellung war wirklich extrem unsexy für mich.
Ich hatte auch den Eindruck, dass ich mich gerade auf eine Sache eingestellt habe, bis auch schon der nächste Trend um die Ecke kam und ich wieder etwas komplett anderes machen musste auf Facebook. Und das empfand ich als alles andere als nachhaltig und ressourcenschonend.
Ja, deshalb habe ich meine Facebook-Seite erst einmal auf Eis gelegt. Ich habe nichts mehr gepostet und nicht mehr mit anderen Accounts interagiert. Gelöscht habe ich mein Facebook-Konto noch nicht gleich, denn ich hatte ja noch nicht die zwei anderen Probleme gelöst: Zum einen: Was mache ich mit den Werbeanzeigen und zum anderen: Wie betreue ich meine Kund*innen, wenn ich sie nicht in FB-Gruppen betreue?
Wie so oft im Leben, lösen sich Probleme manchmal von alleine. Und so war es dann auch beim Thema Werbeanzeigen.
Und zwar konnte ich von einem Tag auf den anderen plötzlich keine Werbung mehr auf Facebook schalten. Es war total verrückt.
Ich war keine Anfängerin. Ich hab mehrere Jahre FB-Ads geschaltet und sie haben auch gut funktioniert, in dem Sinne, dass sie mir Newsletter-Anmeldungen und Webinaranmeldungen usw. gebracht hatten. Und ich hatte natürlich schon öfter den Fall, dass mal etwas nicht klappte. Das ist auch völlig normal bei einem so mächtigen Werbeanzeigenmanager. Doch die Probleme ließen sich immer lösen und klären.
Und Anfang 2021 eben nicht mehr.
Ich hatte alle technischen Updates korrekt durchgeführt.
Die Anzeigengruppen waren wie immer angelegt.
Die Anzeigen wurden sogar genehmigt.
Die Kampagne stand auf „aktiv“, doch in der Praxis wurde kein Cent verbraucht – die Anzeige wurde einfach nicht ausgespielt.
Ich hatte wochenlang versucht, das Problem zu lösen. Erst selbst und ja, dann auch mit Beratungen von FB-Ads-Expertinnen und ich hatte auch dem FB-Support geschrieben, doch sie fanden alle nichts und sagten, dass alles korrekt aussieht. Doch die Kampagne wurde trotzdem einfach nicht ausgespielt.
Es war wirklich zum Haareraufen und ich bin mir sicher, ich hab das auch in dieser Zeit gemacht. Denn es war echt ein shitty Move von Mark.
Erst sagt er, dass Beiträge von Unternehmensseiten nicht mehr so gut ausgespielt werden.
Dann sollen wir für Reichweite zahlen und Werbung schalten.
Damit machen wir uns aber von ihm abhängig.
Und wenn dann das Werbekonto plötzlich nicht mehr funktioniert, ist die Kacke aber ganz schön am Dampfen aus unternehmerischer Sicht.
Und dann ist es dem FB-Support auch komplett egal, weil … ja, sie vermutlich damit beschäftigt sind, an ihrem Metaversum zu basteln, anstatt den Menschen zu helfen, die bereits jetzt ihre Plattform nutzen.
Irgendwann gab ich auf bzw. interpretierte ich das Ganze als Zeichen, es mit Facebook eben sein zu lassen.
Und das fühlte sich erstaunlicherweise plötzlich total gut und befreiend an. Vielleicht weil ich mich über Wochen mit dem Werbeanzeigenkonto abmühen musste. Wer weiß, aber irgendwie wollte ich, wie in einer toxischen Beziehung, einfach nur noch raus. Und war dann mega happy nicht mehr dort sein zu müssen.
Ja, fehlte noch ein Teil in diesem Puzzle, nämlich: Wie oder wo soll ich meine Kund*innen betreuen, wenn ich FB-Gruppen nicht mehr nutze?
Und die Argumentation geht ja immer so:
Alle haben Facebook.
Alle können Facebook.
Facebook ist kostenlos.
Deshalb müssen wir quasi Facebook als Support-Ort in unseren Onlineprogrammen nutzen!
Doch ich dachte ich mir irgendwann: Ist mir egal.
Ich werde mich einfach für eine alternative Möglichkeit, meine Kund*innen zu supporten, entscheiden. Und ich werde dieses Tool dann auf der Verkaufsseite kommunizieren, sodass das dann transparent ist und jede für sich entscheiden kann, ob das okay ist. Und dann ist der Rest einfach nur noch eine Sache der Gewohnheit.
Und das hab ich dann auch so gemacht und mich für Slack entschieden. Und was soll ich sagen: Nach ein paar Tagen war es das Normalste der Welt, Slack zu nutzen, und ja, es gab sicherlich die ein oder andere Kundin, die gesagt hat: Slack ist jetzt nicht so meins.
Aber ganz ehrlich: Das gab und gibt es in Facebook-Gruppen genauso auch.
FB-Gruppen waren zum Beispiel ein unglaublicher Zeitfresser. Nicht nur für mich, sondern auch für meine Kund*innen, das haben sie mir öfter mal gesagt.
Das heißt: Alle Plattformen, Kanäle oder Tools kommen mit Vor- und Nachteilen und es wird niemals so sein, dass es DIE Geheimwaffe für etwas gibt, dass etwas nur toll ist und das alle Menschen ausschließlich toll finden.
Deshalb hab ich an dieser Stelle auch einfach beschlossen, den Mut zu haben, auch mal nicht zu gefallen.
Doch im Großen und Ganzen habe ich schon den Eindruck, dass Menschen zu mir kommen, weil sie mit mir zusammenarbeiten wollen, und die Tools dahinter eher sekundär sind. Und dass es deshalb letzten Endes auch keine Rolle spielt, wo man als Kursteilnehmer*in betreut wird.
Ja, und als ich dann diese Abhängigkeiten nicht mehr hatte, konnte ich dann, wie schon gesagt, Anfang 2022 auch mein komplettes Facebook-Konto löschen.
Es hat also „nur“ zwei Jahre gedauert.
Stand jetzt habe ich nicht nur keine Unternehmensseite mehr, sondern damit natürlich auch kein Werbekonto, keinen Facebook-Messenger, kein privates Profil, kein Instagram und auch kein WhatsApp.
Und ja, was soll ich sagen?
Ich lebe noch. Auch ohne Facebook, WhatsApp und Mark Zuckerberg.
Shownotes:
Soll ich nicht dahin gehen, wo meine Zielgruppe ist – also auf Social Media?
Es heißt ja immer, dass man dahin gehen soll, wo die Zielgruppe ist. Wie ist dieser Ratschlag mit dem Social-Media-freien Ansatz vereinbar? Das kläre ich in dieser Podcastfolge.
Es heißt ja immer, dass man dahin gehen soll, wo die Zielgruppe ist. Wie ist dieser Ratschlag mit dem Social-Media-freien Ansatz vereinbar? Das kläre ich in dieser Podcastfolge.
Folge anhören:
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In diese Podcastfolge möchte ich mal wieder eine Frage aufgreifen, die ich per E-Mail bekommen habe.
Es heißt ja immer, dass man da hingehen soll, wo die Zielgruppe ist. Wie ist das mit dem Social-Media-freien Ansatz vereinbar?
Ich les am besten die Mail noch einmal vor:
„Hallo Alex,
mich spricht die Idee, ganz auf Social Media zu verzichten, sehr an. Mir geht es so wie dir: Ich find es mühsam, es zieht mich runter und ermüdet mich … Ich verzettel mich dann gerne und irgendwie tut es mir nicht gut.
Bisher dachte ich bzw. wird das auch rundherum so gesagt, dass man nur dann online Erfolg hat, wenn man auch mindestens einen Social-Media-Kanal bespielt.
Es heißt ja auch immer, dass man dort hingehen soll, wo sich die eigene Zielgruppe befindet. In meinem Fall sind das Eltern und die sind einfach viel auf Kanälen wie Instagram oder auch Facebook unterwegs.
Wie siehst du das?“
Ja, das ist in der Tat eine super wichtige Frage, finde ich.
Denn auch ich habe diesen Ratschlag „Gehe dahin, wo die Zielgruppe ist“ noch genau im Ohr.
Das ist ein Ratschlag, den viele Menschen, die sich selbstständig machen, bekommen.
Doch aus meiner Sicht ist dieser Ratschlag viel zu pauschal. Und ich möchte das in dieser Podcastfolge mal ein bisschen aufdröseln.
Grundsätzlich stimmt es natürlich schon:
Wenn wir bestimmte Menschen online erreichen wollen, müssen wir wissen, wo wir sie finden (sprich: „wo sich die Zielgruppe rumtreibt“).
Also: Wenn wir wissen: Zwanzigjährige nutzen TikTok, aber nicht Siebzigjährige, hat es vermutlich wenig Sinn, TikTok zu bespielen und über Themen zu sprechen, die nur Siebzigjährige interessieren.
Gleichzeitig ist es aber auch so:
Alle – oder fast alle – Menschen googeln oder nutzen eine andere Suchmaschine.
Es mag zwar durchaus sein und das will ich auch gar nicht bestreiten, dass bestimmte Gruppen von Menschen vorrangig Instagram nutzen, aber mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wird diese Gruppen auch noch etwas anderes tun: googeln.
Nun können wir uns als Selbstständige entscheiden:
Wollen wir alle möglichen Wege bedienen (sprich: Google, Instagram, Facebook, TikTok, Podcasts, YouTube) und riskieren, dass wir uns verzetteln, dass wir alles ein bisschen und nichts richtig machen?
Oder: Wollen wir uns eben auf einen oder später zwei oder drei dieser möglichen Orte konzentrieren und da all unsere Energie und unseren Fokus reinstecken?
Ich glaube, dass das Letztere die größere Aussicht auf Onlineerfolg hat.
Punkt Nummer 2: Immer mehr Menschen hören Podcasts
Ja, vielleicht sind die Menschen, die wir erreichen wollen, auf Instagram. Aber sie tun vermutlich noch etwas anderes: Sie hören Podcasts.
Statista hat herausgefunden, dass im Jahr 2023 43% der Deutschen zumindest hin und wieder Podcasts hören. Das ist fast die Hälfte.
Das heißt: Auch Podcasts sind eine gute Möglichkeit, seine Zielgruppe zu erreichen.
Ich glaube, dass wir gerade in einer Zeit leben, in der es so viele Marketing-Möglichkeiten gibt (und damit potenzielle Orte, an denen unsere Zielgruppe ist), dass wir unmöglich alles bedienen können.
Das heißt: Wir können, dürfen oder müssen uns sogar entscheiden.
Je eher wir da Klarheit und Fokus reinbringen, desto besser.
Wir könnten zum Beispiel sagen: „Ich weiß, dass es sieben Plattformen gibt, auf denen meine Zielgruppe ist, und ich entscheide mich für Google und für einen Podcast, denn die beiden Strategien entsprechen mir und meinen Stärken am meisten.“
Und da wären wir auch schon beim nächsten wichtigen Punkt:
Auch die eigenen Stärken spielen eine wichtige Rolle.
Eine Plattform zu nutzen, nur weil sich die Zielgruppe dort aufhält, ist super, wenn man kein Problem damit hat, die Anforderungen der Plattform zu bedienen.
Sprich: Videos zu machen, regelmäßig zu posten, Storys zu machen oder was auch immer eben dort von uns verlangt wird.
Wenn man der Typ dafür ist, dann … ja, super.
Doch wenn man eigentlich gar nicht der Typ für Videos, Reels oder Selfies dafür ist, was dann?
Man kann sich natürlich trotzdem dazu zwingen, aber meiner Erfahrung nach hält man das nur ein paar Monate oder wenige Jahre richtig durch, bevor es sich irgendwann eben rächt.
Und es ist aus meiner Sicht also alles andere als nachhaltig, seine Stärken, Ideen und Wünsche auf Dauer zu ignorieren, weil man einfach nur diesem Ratschlag, dort zu sein, wo die Zielgruppe ist, folgt.
Ganz zu schweigen davon, dass der Arbeitsalltag dann voll ist von Aufgaben und Themen, die man nicht mag, und … ja … Marketing, bei dem man ständig versucht, seine Schwächen zu verbessern, anstatt seine Stärken zu nutzen, wird meist nicht so recht zünden.
Letzten Endes müssen wir wegkommen von diesem Plattform-zentrierten Denken.
Also: Wenn du selbstständig bist, brauchst du Instagram. Oder Facebook. Oder TikTok. Oder einen Blog. Oder was auch immer.
Das ist viel zu allgemein und berücksichtigt nicht die Stärken, Werte und Interessen der Person, die das Marketing dann ja auch im Alltag machen muss.
Und es berücksichtigt eben auch nicht die Vielfalt an Möglichkeiten, wie Menschen zu uns finden können.
Ich geb mal ein Beispiel:
Klar ist es denkbar, dass uns jemand auf Instagram findet, uns folgt, die nächsten Wochen unsere Posts liest und dann irgendwann uns wegen einer Zusammenarbeit kontaktiert.
Es ist aber genauso denkbar – und es passiert bei mir und vielen anderen Selbstständigen jeden einzelnen Tag –, dass Menschen etwas googlen und dann auf unsere Website kommen, dass sie sich dann ein kleines Produkt kaufen oder sich zum Newsletter anmelden und dann eben nach ein paar Wochen oder Monaten etwas buchen.
Beides ist möglich. Eine Customer Journey mit Social Media. Und eine Customer Journey ohne Social Media.
Beides ist vollkommen realistisch. Beides „funktioniert“, wenn man denn dieses Wort gebrauchen will, oder kann eben für verschiedene Menschen verschieden gut funktionieren.
Und nur weil es Menschen gibt, die Instagram nutzen oder in FB-Gruppen nach Ratschlägen fragen, heißt es nicht, dass es zwingend der Weg sein muss, den wir als Selbstständige abdecken.
Shownotes:
Wer hat Angst vor der Komfortzone? (Social Media!)
In dieser Folge geht es um die Komfortzone. Warum ist sie eigentlich der Todfeind von übermotivierten Motivationscoaches auf Instagram? Ist es wirklich so schlimm, in der Komfortzone zu bleiben? Und: Was passiert eigentlich, wenn wir uns dafür entscheiden, nicht mehr auf Teufel komm raus die Komfortzone zu verlassen? Fragen über Fragen. Zeit für ein paar Antworten.
In dieser Folge geht es um die Komfortzone. Warum ist sie eigentlich der Todfeind von übermotivierten Motivationscoaches auf Instagram? Ist es wirklich so schlimm, in der Komfortzone zu bleiben? Und: Was passiert eigentlich, wenn wir uns dafür entscheiden, nicht mehr auf Teufel komm raus die Komfortzone zu verlassen? Fragen über Fragen. Zeit für ein paar Antworten.
Folge anhören:
Transkript lesen:
„Das Leben beginnt dort, wo die Komfortzone endet.“
„Erfolg wartet außerhalb deiner Komfortzone.“
„Große Dinge entstehen nie in der Komfortzone.“
„In der Komfortzone herrscht immer Stillstand.“
Wer seine Instagram- oder Pinterest-App öffnet, wird früher oder später (vermutlich früher) auf ein Zitat über die Komfortzone stoßen. Und in den meisten dieser Zitate kommt die Komfortzone dabei alles andere als gut weg.
Meist sind das übermotivierte Motivationscoaches, die behaupten, dass nur diejenigen erfolgreich werden können, die ihre Komfortzone verlassen, und dass alle anderen für immer zur Mittelmäßigkeit und damit zur Erfolglosigkeit verdammt sind.
Tja. Muss die Komfortzone notwendigerweise der Todfeind von uns Selbstständigen sein? Ich glaube nicht.
Und in dieser Podcastfolge möchte ich über die Komfortzone sprechen und mich dafür stark machen, dass wir es uns alle mehr erlauben sollten, Zeit in unserer Komfortzone zu verbringen.
Denn: Da ist es schön.
Privat.
Und auch beruflich im Marketing.
Lass uns zunächst einmal die These angucken, dass das Leben außerhalb der Komfortzone beginnt.
Wenn ich zum Beispiel mal einen Tag keine Termine habe (also keine Beratungsgespräche, keine Interviews, keine Reisen) und den ganzen Tag einfach nur irgendetwas schreiben kann, ist das … herrlich.
Und es ist auch völlig egal, ob es ein Blogartikel ist, den ich schreibe, oder ein Buch oder ein Newsletter.
Es ist total entspannend und gemütlich und es fühlt sich absolut so an, als würde ich … ja, nicht nur leben, sondern ein schönes Leben führen.
Vor allem, wenn es draußen stürmt und schneit und ich weiß: Alle anderen quälen sich jetzt zur Arbeit und du kannst auf dem Sofa im Schlafanzug und schreiben. Ist vielleicht ein bisschen fies, aber … tja.
Dasselbe gilt auch für die Momente, wo ich es mir mit meinen Kindern vor dem Kamin gemütlich mache. Das ist total schön.
Doch wenn das nicht „Leben“ ist, das mir das Inspirationszitat ja verwehrt, was ist es dann?
Müssen wir jetzt alle – so Leben am Limit mäßig – in einen Indoorspielplatz gehen oder uns das Kind an den Rücken schnallen und den Himalaya besteigen, um unsere Elternschaft zu zelebrieren?
Oder müssen wir uns von Fernsehauftritt zu Speakerevent quälen, nur um vermeintlich richtig unsere Selbstständigkeit zu leben?
Es ist verdammt viel Leben in einer Komfortzone. Auch wenn dieses Leben vielleicht nicht laut und aufdringlich ist. Oder sich nicht in einen hübschen Instapost verpacken lässt. Schließlich posieren wir dann ja nicht vor einem dicken, fetten Auto.
Doch wie ist es jetzt mit dem Erfolg und der Komfortzone?
Ich selbst hab mich jahrelang dazu gezwungen, meine Komfortzone zu verlassen und Dinge zu tun, die Mark Zuckerberg von mir wollte: täglich posten, livegehen, Storys drehen, Reels machen.
Ich habe mich diszipliniert und motiviert und immer stets bemüht.
Ich habe mir auch teilweise Angst und Panik schöngeredet und mich dazu beglückwünscht, dass ich Dinge mache, die ich nicht will. Doch außer einem Beinahe-Burnout hat mir das Ganze nicht viel gebracht.
Es ist ja auch so: Wenn wir uns jedes Mal überwinden müssen, um auf Instagram live zu gehen, und dann so nervös werden, dass wir nur noch vor uns hin stammeln – was für ein Erfolg soll das denn bitte schön werden?
Es mag sich vielleicht verrückt anhören, aber was ist, wenn wir einfach mal unsere Stärken zu nutzen, anstatt ständig an unseren Schwächen herumzudoktern?
Das heißt jetzt natürlich nicht, dass wir niemals lernen und wachsen und, ja, auch über uns hinauswachsen dürfen. Doch das kann einfach innerhalb unserer Stärken passieren. Und nicht so, dass wir dafür unsere gesamte Persönlichkeit verleugnen müssen.
Bei mir war es sogar so, dass viel größere Dinge passiert sind, seit ich in meiner schreibenden Komfortzone bleibe. Ich hätte mich also all die Jahre auf Social Media gar nicht so dazu zwingen müssen, meine Komfortzone zu verlassen und zum Beispiel ständig auf Facebook livezugehen.
Dass in der Komfortzone immer Stillstand herrscht, muss also auch nicht notwendigerweise so sein.
Doch selbst wenn „Komfortzone“ auch mal „Stillstand“ bedeuten würde: Was wäre denn so schlimm daran, mal stehen zu bleiben?
Wir können ja nicht jede einzelne Minute unseres Lebens in Bewegung sein. Wir brauchen auch Pausen und Ruhezeiten.
Und auch wenn übermotivierte Motivationscoaches auf Instagram es vielleicht anders sehen, aber: Wir müssen nicht immer nur wachsen.
Wir dürfen auch mal einfach nur sein.
Und wenn du das nächste Mal auf Social Media liest oder hörst, dass du die Komfortzone verlassen sollst, scrollst du hoffentlich weiter und lässt die übermotivierten Motivationscoaches reden.
Denn jeder Mensch braucht – privat und beruflich – eine Komfortzone. Und statt sein Leben damit zu verbringen, sich ständig zu Höchstleistungen zu treiben, können wir auch einfach eine Balance anstreben.
Zwischen Herausforderung und Komfortzone.
Zwischen Anspannung und Entspannung.
Zwischen Luft anhalten und durchatmen.
Shownotes:
Kritisches Ignorieren und Social Media
In dieser Folge geht es um kritisches Ignorieren. Was ist kritische Ignoranz, warum ist sie in der heutigen Zeit so wichtig und was hat das Ganze mit Social Media zu tun?
In dieser Folge geht es um kritische Ignoranz: Was ist das, warum ist kritisches Ignorieren in der heutigen Zeit so wichtig und was hat das Ganze mit Social Media zu tun?
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Als ich ein Teenie war, habe ich unglaublich gerne Gitarre gespielt.
Und eine der wichtigsten Dinge für mich als Jugendliche war es, Gitarrennoten bzw. Akkorde für meine Lieblingssongs zu finden.
Ich verbrachte super viel Zeit damit, im Musikladen meines Vertrauens nach Gitarrenbüchern zu stöbern und dann immer wieder frustriert zu merken, dass es die Noten für die Songs, die ich als Sechzehnjährige toll fand, einfach nicht zu kaufen gab.
Bis – ja, bis – ich das Internet für mich entdeckte und feststellte, dass es doch tatsächlich Menschen gab, die sich die Mühe machten, Akkorde für jeden erdenklichen Song auf der Welt aufzuschreiben und sie online zu stellen.
Das heißt: Ich konnte auf einmal jeden Song nachspielen, den ich wollte. Das war ungefähr das Jahr 1999, und, ja, das war lebensverändernd für die Teenie-Alex.
Und wenn du auch ein Kind der 90er oder 80er bist, hast du vielleicht selbst so ein Schlüsselerlebnis mit diesem Internet, das so voller Möglichkeiten war.
Wenn wir jetzt mal 25 Jahre in die Zukunft vorspulen, landen wir im Jahr 2023. Also im Jetzt.
Und in diesen 25 Jahren hat sich eine Menge verändert. Um nicht zu sagen: Alles ist anders geworden.
Wissen, Informationen, Anleitungen, Ideen, Tipps, Tricks, Hacks, Rezepte, Gitarrennoten – oder was auch immer – sind nichts Besonderes mehr. Sie sind der Normalfall.
Wir stehen jetzt in der Regel nicht mehr staunend vor unserem Bildschirm, wenn wir einen genialen Tipp lesen. Das ist für uns Alltag.
Und das heißt, dass es auch gar nicht mehr so sehr darauf ankommt, Informationen zu suchen – die finden uns schon sowieso – sondern dass eine andere Fähigkeit immer wichtiger wird:
Kritisches Ignorieren.
Denn wir leben ja nicht mehr in den 90ern und sind verzweifelt auf der Suche nach Gitarrennoten oder anderen Informationen.
Wir sind heute online einer Flut von Informationen ausgeliefert und müssen jetzt lernen, mit dieser Flut umzugehen, ohne unterzugehen.
Und genau das bedeutet kritisches Ignorieren:
Es ist gewolltes Nichtwissen. Es ist die Klarheit darüber, was unsere Aufmerksamkeit verdient und was nicht. Es ist, wenn man so will, ein strategisches Nein.
Nicht weil wir zu „faul“ oder zu „schwach“ sind, um „ja“ zu sagen.
Sondern weil die Welt sich so verändert hat, dass wir täglich öfter „nein“ als „ja“ sagen müssen, um mit der Fülle an Informationen zurechtzukommen.
Und dass das keine Übertreibung von meiner Seite aus ist, sehen wir zum Beispiel auch daran, dass kritische Ignoranz heute sogar Gegenstand der Forschung ist, was ich total spannend finde.
Denn in einer Welt des Überflusses sollte „Nein“ unser neuer Standard sein, unser Default-Setting, wenn man so will.
Und man kann unzählige Beispiele dafür finden, wo es wichtig ist, sich in kritischer Ignoranz zu üben.
Wir können zum Beispiel nein sagen zu Social-Media-Accounts, die uns nerven. Oder die uns nicht gut tun. Wir können ihnen entfolgen, uns nicht mehr damit belasten.
Wir können nein sagen zu Social-Media-Plattformen, die uns nichts fürs Marketing bringen. Die Plattformen, wo wir einfach nur Zeit, Geld und Energie reinstecken, ohne wirklich Ergebnisse zu sehen.
Wir können auch grundsätzlich nein zu Social Media sagen, so wie ich es ja handhabe und andere Selbstständige dabei unterstütze.
Wir können natürlich auch außerhalb von Social Media nein sagen, z.B. Nein zum Liveticker, der uns – angesichts all der schlimmen Nachrichten auf der Welt – auf Dauer stresst. Heißt für mich nicht, überhaupt keine Nachrichten mehr zu lesen. Sondern sich für das Format zu entscheiden, das einem gut tut. Und die anderen Formate kritisch zu ignorieren.
Wir können Nein sagen zum gehypten Buch, das uns nicht die Bohne interessiert. Oder zu einer Netzwerkveranstaltung, für die wir gerade keine Energie haben.
Wir können Nein sagen zum allerneuesten Marketingtrend, der einfach nicht zu uns und unseren Stärken passt.
Einfach nur nein.
Es geht nicht darum, nein zu sagen, weil wir grundsätzlich „anti“ sind oder eine rebellische „Dagegen-Haltung“ einnehmen. Auch wenn ich selbst ein kleines Rebellenherz habe.
Kritisches Ignorieren ist vielmehr eine Überlebensstrategie in der schnellen, übervollen und ja für viele Menschen auch überfordernden Onlinewelt.
Und das Schöne ist:
Wenn wir „nein“ zu dem sagen, was eh kacke ist, haben wir endlich auch Zeit und Raum, „ja“ zu den wirklich schönen Dingen im Leben zu sagen, zum Beispiel.
Ja zu mehr Platz im Kopf.
Ja zu kreativ sein.
Und konzentriert und produktiv arbeiten.
Ja zu Marketingstrategien, die zu unseren Stärken und Werten passen.
Ja zu „Ich mach einfach mein Ding, egal, was andere davon halten.“
Ja zu innerem Frieden.
Abschließend hab ich noch eine Idee für dich:
Erstell doch mal eine Liste mit den Dingen, zu denen du „ja“ sagen willst.
Erstell dann eine zweite Liste mit den Dingen, zu denen du tatsächlich „ja“ sagst.
Vergleiche dann die beiden Listen und passe an.
Shownotes:
Frisch selbstständig gemacht – brauche ich unbedingt Social Media?
Hast du dich gerade frisch selbstständig gemacht und stehst vor der Entscheidung „Social Media – ja oder nein“? In dieser Folge gehe ich der Frage nach, ob „frische“ Selbstständige wirklich auf Social-Media-Marketing verzichten können.
Hast du dich gerade frisch selbstständig gemacht und stehst vor der Entscheidung „Social Media – ja oder nein“?
In dieser Folge gehe ich der Frage nach, ob frische Selbstständige wirklich auf Social-Media-Marketing verzichten können.
Folge anhören:
Transkript lesen:
In dieser Podcast-Episode möchte ich eine Frage beantworten, die ich vor einiger Zeit per E-Mail bekommen habe.
Es geht um die Frage, ob Menschen, die sich gerade selbstständig machen oder frisch selbstständig sind, nicht gezwungenermaßen Social Media brauchen.
Oder mit anderen Worten:
Kann ich wirklich auf Social Media verzichten, wenn ich mich gerade selbstständig gemacht habe?
Die E-Mail ging folgendermaßen:
„Hallo Alex, dein Gedanke, ein Social-Media-freies Onlinebusiness zu haben, spricht mich grundsätzlich sehr an. Doch ich habe noch Zweifel, ob es auch für mich funktioniert. Denn du hast ein laufendes Onlinebusiness Social-Media-frei gemacht, aber ich starte erst in meine Selbstständigkeit. Da kann ich doch nicht auf Social Media verzichten. Oder?“
Oder. Ja, das ist die große Frage.
Zunächst einmal stimmt das natürlich.
Als ich beschlossen habe, keine sozialen Medien mehr zu nutzen, war ich schon einige Jahre selbstständig und hatte schon eine Website, einen gut gefülltem Blog und eine Newsletterliste.
Deshalb kann ich im Nachhinein natürlich nur spekulieren, wie das bei mir völlig ohne Social Media gelaufen wäre, aber ich tue es trotzdem mal.
Punkt Nummer 1: Ich hätte mindestens 3000 Stunden mehr Zeit gehabt
Diese Zahl muss man erst einmal sacken lassen.
Denn wenn ich davon ausgehe, dass ich vier Jahre lang, nämlich von Anfang 2016 bis Ende 2019 mind. zwei Stunden täglich Social Media fürs Marketing genutzt habe, dann komme ich auf knapp 3000 Stunden, die ich für Likes, Reels & Selfies gebraucht habe.
3000 Stunden. Und das ist, ehrlicherweise, eine konservative Schätzung, denn an den meisten Tagen waren es deutlich mehr.
Diese 3000 Stunden oder sogar mehr hätte ich auch in immergrüne Strategien stecken können, also in meinen Blog, SEO, Newsletter, Gastartikel, Interviews, Podcast und und und.
Was das für meine Selbstständigkeit bedeutet hätte?
Auch hier kann ich natürlich nur spekulieren. Aber ich vermute, dass ich dadurch deutlich mehr Menschen erreicht hätte, und zwar – im Gegensatz zu Instagram und Co. – auf eine entspannte Art und Weise.
Punkt Nummer 2: Ich wäre um einiges produktiver gewesen und hätte mehr geschafft
Denn wenn ich an die Arbeitstage denke, die durch Social Media zerstückelt wurden, wo ich „nur mal schnell“ was posten, „nur mal schnell“ nach den Kommentaren sehen, „nur mal schnell“ gucken wollte, ob es neue Likes gab). Dieses „Nur mal schnell“.
Ich hab keinen Zweifel daran, dass Arbeitstage ohne Social Media mich viel, viel effektiver und effizienter gemacht hätten.
Und zwar vier Jahre mehr.
Ich hätte also deutlich öfter einfach mal am Stück arbeiten können. Ohne meine Aufmerksamkeit fragmentieren zu müssen.
Vielleicht hätte ich dadurch mehr Aufträge annehmen können, hätte öfter neue Produkte erschaffen oder meinen Traum, Bücher zu schreiben, früher in die Tat umgesetzt. Wer weiß. Erneut: Ich kann im Nachhinein nur spekulieren.
Ich weiß nur, dass ich meine neuen Arbeitstage, also diejenigen mit nicht zerstückelten Arbeitsphasen und Konzentration nie, nie wieder hergeben möchte.
Punkt Nummer 3: Ich wäre vermutlich nicht in einen Beinahe-Burnout geschlittert
Ich hab dir ja schon in der allerersten Folge erzählt, wie das bei mir war. Wenn du sie noch nicht gehört hast, höre gerne nochmal rein.
Es heißt jetzt natürlich nicht, dass Arbeit ohne Social Media oder Marketing ohne Social Media überhaupt keine Gefahr für Überarbeitung oder die mentale Gesundheit bietet. Natürlich können wir uns auch mit einem Blog, Podcast oder auch während wir ein Buch schreiben überarbeiten.
So, dass es nicht gesund für uns ist.
Aber soziale Medien machen es uns so, so leicht, über unsere Grenzen zu gehen. Feierabende auszulassen. Wochenenden auszulassen. Im Urlaub zu posten. Das war jahrelang für mich total normal.
Und irgendwann sagt der Körper eben: Stopp. So geht es nicht weiter.
Und ich kann nur aus Erfahrung berichten, dass es ohne Social Media so viel einfacher ist, auf seine Grenzen zu achten und gut für sich zu sorgen.
Punkt Nummer 4: Ich wäre selbstsicherer
Denn wenn ich an all die vielen Momente zurückdenke, in denen ich durch meinen Instagram-Feed gescrollt, mich mit Fremden im Internet verglichen habe und nie gut genug gefühlt habe … hat es schon sehr an mir genagt.
Auch hier kann ich natürlich nur spekulieren, wie meine Selbstständigkeit verlaufen wäre, wenn ich nicht so viel nach links und rechts geschaut hätte und von Anfang an bei mir, meinen Stärken und Werten geblieben wäre. Aber ich vermute, dass ich auch hier rundum zufriedener wäre. Selbstsicherer. Ruhiger. Ausgeglichener.
Ich hätte weniger psychischen Stress, weniger Druck und schlaflose Nächte. (Und dann vermutlich dafür mehr Zeit für mich gehabt, für meine Familie und ja – die anderen Lebensbereiche, die eben nicht die Arbeit betreffen.)
Und schließlich Punkt Nummer 5: Ich hätte nicht so viel Zeit mit Strategien verschwendet, die nicht funktionieren
Denn: Es ist ja nicht so, dass Instagram und Co. der Grund waren, warum ich heute dort bin, wo ich bin.
Die Wahrheit ist: Ich hab noch nie den meisten Traffic über Social Media bekommen, sondern durch Suchmaschinen wie Google zum Beispiel. Und Verkaufen klappte bei mir schon immer am besten in meinem Newsletter und nicht auf Instagram.
Ich hab mir Jahre lang einfach nur eingeredet, dass ich mich trotzdem auf Social Media zeigen müsste.
Deshalb, ja:
Würde ich mich nochmal selbstständig machen – ich würde von Anfang an auf immergrüne Strategien setzen wie Website, Blog, Newsletter oder einen Podcast.
Und deshalb sehe ich auch überhaupt kein Problem darin, wenn „frische“ Selbstständige keine sozialen Medien nutzen wollen.
Im Gegenteil: Es hat super viele Vorteile, nicht auf Social Media zu sein. Einige davon habe ich dir in dieser Folge vorgestellt und in den nächsten Folgen werde ich mit Sicherheit noch mal ausführlicher auf die Vorteile zu sprechen kommen.
Falls du dich also gerade frisch selbstständig gemacht hast und vor der Entscheidung stehst „Social Media – ja oder nein?“, kann ich dich nur ermuntern, da deinen eigenen Weg zu gehen.
Selbst wenn dieser Weg keine sozialen Medien vorsieht.
Shownotes:
Social-Media-Hamsterrad vs. immergrünes Marketing
Wenn wir uns Marketingstrategien angucken, mag ich es grüüüüün. Immergrün sogar. Was immergrünes Marketing ist und wie es sich vom Social-Media-Hamsterrad unterscheidet, erfährst du in dieser Podcastfolge.
Wenn wir uns Marketingstrategien angucken, mag ich es grüüüüün. Immergrün sogar. Was immergrünes Marketing ist und wie es sich vom Social-Media-Hamsterrad unterscheidet, erfährst du in dieser Podcastfolge.
Folge anhören:
Transkript lesen:
Was ist deine Lieblingsfarbe?
Wenn wir uns Marketingstrategien angucken, mag ich es grüüüüün. Immergrün sogar.
„Immergrün“ ist meine Frei-nach-Schnauze-Übersetzung von „Evergreen“, also Inhalte, die nicht gleich im Nirwana verschwinden, sondern … uns tatsächlich die nächsten … sagen wir mal … Wochen, Monate, Jahre Resultate bringen.
Aber schauen wir uns zunächst einmal das Gegenteil von immergrünem Marketing an und das ist für mich Social-Media-Marketing.
Der typische Social-Media-Beitrag hat nämlich eine verdammt geringe Lebensdauer.
Im Netz stößt man da auf diverse Erhebungen und Untersuchungen, aber ungefähr kann man – pi mal Daumen – folgende Zeiten festhalten:
Twitter oder X: 18 Minuten
Facebook: 4 Stunden
Instagram: 21 Stunden
LinkedIn: 24 Stunden
Das muss man erst einmal sacken lassen.
Denn wir als Selbstständige geben uns ja super viel Mühe damit, einen ansprechenden Social-Media-Beitrag zu erstellen. Wir investieren Zeit, Energie, Nerven und viele auch Geld.
Wir suchen nach einem passenden Thema und einer genialen Idee, nach tollen Bildern oder Videos.
Wir schreiben Texte und recherchieren ewig die richtigen Hashtags.
Oft brauchen wir für einen Beitrag ein, zwei Stunden oder sogar noch mehr.
Und dann bringt der Social-Media-Beitrag vielleicht ein paar Stunden lang Likes oder Kommentare.
Vielleicht wird der Beitrag auch geteilt und bekommt für ein paar Minuten oder Stunden noch mehr Aufmerksamkeit.
Doch dann heißt es fast immer: Ende Gelände.
Unser Beitrag wird nicht mehr ausgespielt und versinkt im Social-Media-Nirwana. Irgendwo zwischen Katzencontent und Verschwörungstheorien.
Man findet online zwar immer wieder Ideen, wie man die Lebensdauer von Social-Media-Content verlängern kann, z.B. indem man zu einer vermeintlich richtigen Zeit postet und die vermeintlich richtigen Hashtags verwendet oder gleich nach dem Posten mit anderen Menschen interagiert.
Doch all diese Tipps ändern ja nichts daran, dass die kurze Lebensdauer von Social-Media-Posts von den Plattformbetreibern so gewollt ist.
Sie wollen, dass Beiträge nur eine gewisse Zeit ausgespielt werden, um Platz für neue, frische Inhalte zu machen.
Manchmal hab ich den Eindruck, dass viele Selbstständige und Unternehmen das auch gar nicht mehr hinterfragen und sich mehr oder weniger damit abfinden, dass Social-Media-Content eine so kurze Lebensdauer hat.
Und wenn dann ein Beitrag nach wenigen Stunden oder Minuten sogar niemanden mehr erreicht, ja … dann muss halt ein neuer Beitrag her – und das Ganze geht wieder von vorne los.
Das ist ein sehr, sehr anstrengendes Social-Media-Hamsterrad, aus dem es nicht wirklich ein „Entkommen“ gibt.
Es sei denn natürlich, man beschließt, ganz aus diesem Social-Media-Hamsterrad auszusteigen und auf immergrünes Marketing zu setzen.
Ich hatte ja schon zu Beginn erwähnt, dass immergrüne Strategien im Grunde das ist, was wir als Evergreen bezeichnen, also wenn wir Inhalte erstellen, die uns auch noch nach Wochen, Monaten oder Jahren Ergebnisse bringen.
Ich würde darunter die Website zählen, aber auch den Blog, Podcast, SEO, Gastartikel, Interviews.
Ich hab zum Beispiel Anfang 2022, also vor fast zwei Jahren, mal einen Abschiedsbrief an Mark Zuckerberg geschrieben, den ich bei mir als Blogartikel veröffentlicht habe.
Und noch heute lesen sich – nicht wenige – Menschen diesen Abschiedsbrief durch und erzählen mir dann nach einer Buchung, dass dieser Abschiedsbrief den Ausschlag gegeben hat, mit mir zusammenarbeiten zu wollen.
Ähnlich ist es auch bei Interviews. Es gibt Fälle, wo ich vor einem Jahr oder sogar vor zwei … in einem bestimmten Podcast interviewt wurde, und Menschen immer noch durch diese alten Interviews auf mich und meine Website aufmerksam werden.
Das ist natürlich dann ein ganz anderes Gefühl, wenn wir an Marketing denken und wissen: Ich werde mir jetzt Mühe geben und dann wird der Blogartikel oder die Podcast-Episode oder das Interview auch in nächster Zeit für mich arbeiten.
Und das ist sehr entspannt.
Das heißt: Theoretisch könnte ich mich natürlich auch mit einem Blog oder einem Podcast stressen. Und ich bin mir sicher, es gibt Menschen, die das tun. Doch die Notwendigkeit dafür ist einfach viel geringer, weil wir uns Zeit lassen dürfen.
Und da wir ja schon so schön von „grün“ sprechen, bleiben wir doch einfach mal in dieser Pflanzenmetaphorik.
Im immergrünen Marketing generiere ich nicht unbedingt Reichweite, denn ich finde dieses Wort so furchtbar, lieber spreche ich davon, dass ich Samen säe.
Ein Blogartikel, eine Podcastfolge, ein Interview – das alles sind Samen. Manchmal ist es auch im immergrünen Marketing so, dass nichts daraus entsteht. So wie in der Natur ja auch nicht aus allen Samen etwas wächst.
Doch wenn aus diesem Samen eine Pflanze wächst, können wir die nächsten Monate oder Jahre die Früchte ernten.
Und wenn dann schon bald Pflanze für Pflanze wächst, haben wir irgendwann einen schönen Garten, in dem wir uns aufhalten können.
Das ist immergrünes Marketing ohne Social Media für mich. Es ist langfristig, nachhaltig und dadurch deutlich entspannter.
Shownotes:
Der Kaninchenbau-Effekt auf Social Media
Heute begeben wir uns in den Kaninchenbau. Oder vielmehr: Wir versuchen, da gemeinsam wieder rauszukommen. Der Kaninchenbau („Rabbit Hole“) wird oft mit Verschwörungstheorien in Verbindung gebracht, doch er ist auch für Selbstständige relevant, wenn es um Marketing- und Businessthemen geht.
Heute begeben wir uns in den Kaninchenbau. Oder vielmehr: Wir versuchen, da gemeinsam wieder rauszukommen.
Der Kaninchenbau („Rabbit Hole“) wird oft mit Verschwörungstheorien in Verbindung gebracht, doch er ist auch für Selbstständige relevant, wenn es um Marketing- und Businessthemen geht.
Folge anhören:
Transkript lesen:
Heute begeben wir uns in den Kaninchenbau. Oder vielmehr: Wir versuchen, da gemeinsam wieder rauszukommen.
Du kennst ihn vielleicht – oder bestimmt – aus dem Kinderbuch „Alice im Wunderland“ von Lewis Carroll. Da gibt es auch einen verrückten, weirden Film dazu für alle, die lieber Filme gucken.
Alice döst unter einem Baum und sieht plötzlich ein Kaninchen an ihr vorbeilaufen. Es guckt immer auf die Uhr und sagt: „Ich komme zu spät! Ich komme zu spät!“ Dann springt es in ein Loch und Alice springt einfach hinterher.
Das Buch ist mittlerweile fast 160 Jahre alt und immer noch total aktuell, denn:
Es ist ist inzwischen zu einer Metapher für das geworden, was vielen Menschen in den sozialen Medien passiert: tief in einen „Kaninchenbau“ zu fallen, ohne zu wissen, „wie in aller Welt sie da wieder rauskommen.“
Der Kaninchenbau (oder „Rabbit Hole“, wie er auf englisch heißt) wird oft mit Verschwörungstheorien in Verbindung gebracht, doch:
Wir spüren den Kaninchenbau-Efffekt auch als Selbstständige, wenn wir uns über berufliche Dinge informieren.
Das könnte zum Beispiel folgendermaßen passieren:
Wir wünschen uns mehr zahlende Kund*innen und googeln „Kunden gewinnen als Coach“.
Wir gehen die Suchergebnisse durch und besuchen einige Websites, die oben auftauchen.
Vielleicht weißt du, dass einige Websites den Meta-Pixel verwenden und diese Informationen natürlich an Meta weiterleiten, also dass wir uns für das Thema interessieren, vereinfacht gesagt.
Und wenn wir dann das nächste Mal Facebook oder Instagram öffnen, bekommen wir passende personalisierte Werbung anzeigt, zum Beispiel: „Selbstständig als Coach? Lerne im Webinar, wie ich mir ein siebenstelliges Business mit Instagram aufgebaut habe“.
Wenn wir dann mit solchen Werbeanzeigen interagieren oder uns sogar anmelden, senden wir Facebook das Zeichen, uns doch noch mehr Inhalte zum Thema „Instagram für Coaches“ zu zeigen.
Wir werden immer tiefer und tiefer und tiefer in das Thema hineingezogen, bis unser Feed nun überwiegend aus diesem einen Thema besteht und wir denken: „Boah, ich MUSS einfach Instagram für mein Business nutzen, denn alle anderen machen es ja auch so und sind total erfolgreich damit …“
Und dann folgen wir auch von uns aus weiteren Businesscoaches, die uns natürlich auch in dieser Annahme bestätigen und wir interagieren wiederum mit ihren Inhalten – und kriegen dann noch mehr von diesem Thema angezeigt.
Das heißt, es ging ganz schön schnell: Wir wollten EIGENTLICH nur ein paar zahlende Kund*innen mehr – ein paar Wochen später haben wir nahezu unser Weltbild verändert und glauben, dass es ohne Social Media nicht geht.
Es gibt auch immer wieder Versuche von Journalist*innen, die zeigen, dass es manchmal auch nur eine Sache von ein paar Tagen ist, bis sich die Inhalte auf Social Media radikalisieren.
Man konnte zum Beispiel zeigen, dass, wenn jemand fünf Profilen aus der „Thinfluencer“-Szene folgte, er oder sie bereits automatisiert Beiträge von magersüchtigen Körpern in den Feed bekamen.
Ich verlinke dir diesen Versuch auch mal in den Shownotes.
Es ist also völlig egal, worum es geht. Ob um Verschwörungstheorien geht, Magersucht oder eben Marketing. Das ist für alle Fälle der sogenannte Kaninchenbau-Effekt.
Das heißt: Es ist nicht so, dass die Welt wirklich so ist, wie wir sie auf Social Media sehen, und – jetzt in unserem Beispiel – Marketing nicht ohne Social Media funktionieren könnte.
Sondern dass die Algorithmen uns nur noch die Beiträge anzeigen, die das behaupten, weil sie ja wissen, dass uns das gerade interessiert.
Bevor wir in diesem Podcast also überhaupt über Alternativen zu Social Media sprechen, ist es wichtig zu verstehen, dass ein Satz wie „Du brauchst Instagram, wenn du selbstständig bist“ keine allgemeingültige Wahrheit ist, sondern ein Resultat des Feeds, den wir uns selbst erschaffen haben.
Wir sind also ganz leicht und fast schon unbemerkt in diesen Kaninchenbau reingekommen. Wie kommen wir da jetzt wieder heraus?
Das ist leider, leider um einiges schwerer.
Eine Möglichkeit ist, gezielt andere Beiträge auf Social Media zu suchen und zu liken und den Algorithmen das Zeichen zu geben, dass du auch andere Themen gezeigt haben möchtest.
Das funktioniert aber ehrlicherweise bei manchen Plattformen besser als bei anderen.
Bei YouTube zum Beispiel funktioniert dieses Erziehen ganz gut, finde ich. Das heißt, wir geben in die Suchleiste neue Themen ein, gucken uns da ein paar Videos an. Und vermutlich wird das schon reichen, damit wir die Algorithmen da zumindest in die richtige Richtung schubsen können.
Auf TikTok finde ich das um einiges schwerer. Denn wir starten bei der „For You“-Page und sehen ja nicht, welche Videos da als nächstes kommen. Manchmal war ich bei manchen Videos so geschockt, dass ich im ersten Moment auch gar nichts machen konnte und sie mir doch ein paar Sekunden angeguckt habe. Da ist es also viel schwieriger, Einfluss zu nehmen.
Eine zweite Möglichkeit, den Kaninchenbau zu verlassen, ist, eine größere Social-Media-Pause einzulegen und zumindest gedanklichen Abstand zu den Themen zu bekommen.
Denn wenn wir mal ein paar Wochen nicht auf Social Media sind, macht das auch was mit unserem Kopf. Wir können endlich auch mal unsere eigenen Gedanken hören und kriegen wieder Zugang zu unseren Ansichten und unserer Intuition.
Vielleicht trauen wir uns mehr … oder wir trauen uns zumindest, uns auf neuere Gedanken einzulassen und weisen sie nicht gleich als „unmöglich“ ab.
Doch selbst, wenn du fürs Erste nicht vorhast, eine Social-Media-Pause einzulegen oder vielleicht Social Media ganz zu verlassen, kannst du dich zumindest immer daran erinnern:
Das, was du auf Social Media hörst, ist nicht zwingend die Wahrheit. Und wenn alle um uns herum sagen, dass wir zwingend Social Media brauchen, wenn wir selbstständig sind, heißt es nicht zwingend, dass es stimmt. Es heißt, dass wir tief im Kaninchenbau sind und da schleunigst wieder rauskommen sollten.
Shownotes:
Von „Social-Media-Junkie“ zu „Social-Media-frei“
In der allerersten Podcastfolge starten wir offiziell (aber dennoch gemütlich) und klären erst einmal alle Basics: Wer spricht hier eigentlich? Und warum? Und natürlich: Was ist das überhaupt für ein Podcast und was erwartet dich in nächster Zeit in SOCIAL MEDIA FREI? Ich erzähle dir meine persönliche Geschichte vom Social-Media-Junkie zu meinem Social-Media-freien Business.
In der allerersten Podcastfolge starten wir offiziell (aber dennoch gemütlich) und klären erst einmal alle Basics:
Wer spricht hier eigentlich? Und warum?
Und natürlich: Was ist das überhaupt für ein Podcast und was erwartet dich in nächster Zeit in SOCIAL MEDIA FREI?
Ich erzähle dir meine persönliche Geschichte vom Social-Media-Junkie zu meinem Social-Media-freien Business.
Folge anhören:
Transkript lesen:
Ja, allererste Folge. Was machen wir?
Nun, ich dachte, dass wir ganz höchst offiziell, aber dennoch gemütlich starten, und erst einmal alle Basics klären.
Also:
Wer spricht hier eigentlich?
Und warum?
Und natürlich: Was ist das überhaupt für ein Podcast und was erwartet dich in den nächsten Wochen, Monaten und – ich hoffe doch mal stark – Jahren in diesem Podcast?
Ich bin leicht nervös, um ehrlich zu sein. Mein Medium der Wahl ist eigentlich das Schreiben und nun hab ich mir also vorgenommen, mehr zu quatschen.
Bin gespannt, wie das klappt.
Und bis wir es wissen, kann ich in der Zwischenzeit dir ja mal ein paar Worte über mich, mein Thema und diesen Podcast hier erzählen.
Damit du für dich einschätzen kannst, ob du und ich so unzertrennlich werden wie Timon und Pumba. Oder vielleicht doch eher so wie Mufasa und Scar oder so. (Hoffentlich nicht.)
Also, ich hab diese Pilotfolge „Von Social-Media-Junkie zu Social-Media-frei“ genannt.
Nicht, weil ich so sehr auf Clickbaiting stehe, sondern weil es tatsächlich die letzten sieben Jahre meiner Selbstständigkeit perfekt beschreibt.
Ich hab Ende 2015 die ersten vorsichtigen Schritte in die Selbstständigkeit gemacht und mich dann 2017 hauptberuflich als Beraterin für Pintererst-Marketing selbstständig gemacht.
Und in dieser Zeit schienen die sozialen Medien ein Geschenk des Himmels für mich zu sein.
Ich hab mir total motiviert überall Social-Media-Profile angelegt, wo es nur ging:
Auf Pinterest ja sowieso als Pinterest-Beraterin, zusätzlich auch noch auf Twitter und auf Facebook, später auf Instagram und mal kurz Snapchat, ganz später noch auf TikTok und Clubhouse.
Und ich hab dann auch versucht, die Vorgaben, mit denen soziale Netzwerke ja immer auch kommen, zu erfüllen.
Auf Pinterest habe ich rund 20 Mal am Tag gepinnt und auf Twitter fünf Tweets täglich abgesetzt, auf Instagram fast täglich gepostet und Storys gemacht und ich bin auf Facebook livegegangen.
Es gibt einen Ausdruck dafür, der es ganz gut beschreibt: permanently online, permanently connected.
Und gleichzeitig hab ich gar nicht gemerkt, wie die sozialen Netzwerke sich Schritt für Schritt in meinem Leben ausbreiteten und fast jeden Bereich kaperten.
Ich hab früher auch viel für mein Studium oder Promotion gearbeitet, aber ich hatte noch nie in meinem Leben die Situation, dass die Grenzen zwischen meiner Arbeit und meinem Privatleben so verschwammen wie mit Social Media.
Egal, was ich tat, ich nahm meine Follower in einer Instastory „hinter die Kulissen“ mit. Ich wünschte ihnen einen guten Morgen und zeigte, wie ich arbeitete, was ich tat, was ich aß und was ich trank. Fast jeden Tag. Mehrere Jahre lang.
Meine Instagram-App sagte mir, dass ich durchschnittlich 1–2 Stunden auf Instagram war jeden Tag. Dazu kamen am Anfang noch Twitter, Facebook, TikTok, Clubhouse. Und natürlich Pinterest. Die Dunkelziffer war also sehr, sehr hoch.
Wenn ich also „Junkie“ sage, dann ist es nicht übertrieben. Es gibt sicherlich Leute, die nutzen Social Media noch stärker, aber ich hatte wirklich das Gefühl, dass irgendwann mein halbes Leben aus Social Media bestand.
Und 2020 kam dann ein Punkt, wo ich merkte, dass es so nicht mehr weiterging. Dass ich richtig krank werden würde, wenn ich so weitermachte.
Und ich hörte im August 2020 einfach auf, auf Instagram, was damals mein Hauptkanal war, zu posten.
Das war überhaupt nicht so geplant zu der Zeit, also: Ich hatte mir keinen Plan zurechtgelegt. Ich hatte noch nicht einmal einen Abschiedspost oder so verfasst.
Ich hab einfach nichts mehr gepostet und fast ein halbes Jahr lang hab auch gar nicht darüber gesprochen, dass ich auch gar nicht mehr den Wunsch hatte, jemals wieder zurückzukommen.
Und dann habe ich im März 2021, also etwas mehr als ein halbes Jahr danach, einen Blogartikel veröffentlicht und einen Newsletter geschrieben, in dem ich erzählt habe:
Hey, ich bin seit einem halben Jahr nicht mehr auf Insta. Und ich lebe noch. Und mir geht es gut. Sehr gut sogar. Und: Ich muss mich auch nicht von Tütensuppe ernähren, weil mich tatsächlich auch ohne Instagram Menschen finden und mit mir zusammenarbeiten wollen.
Ich hab diese Mail damals völlig ohne Hintergedanken geschrieben (und damals war ja immer noch als Pinterest-Beraterin tätig). Und was dann an Reaktionen kam, war echt total überraschend.
Also: Ich dachte irgendwie immer, ALLE fänden Social Media toll und könnten sich da richtig austoben, nur ICH wäre weird und würde Social Media doof finden.
Aber es stellte sich heraus, dass es ganz, ganz, ganz vielen Menschen genauso ging. Nur redeten sie da nicht drüber.
Und so merkte ich zum ersten Mal: Da ist ja ein großer Bedarf da. Und es gibt eigentlich kaum jemanden, der darüber was macht und Unterstützung anbietet.
Und so entschied ich mich dann im Sommer 21, es zu tun: die Pinterest-Beratung an den Nagel zu hängen und andere Selbstständige dabei zu unterstützen, aus den sozialen Medien auszusteigen und, ja, ihren ganz individuellen Marketingweg zu gehen. Und inzwischen habe ich auch alle meine anderen Kanäle gelöscht und bin Social-Media-frei.
Wenn du jetzt schon an diesem Punkt ganz viele Fragen hast wie:
Und wie werde ich dann ohne Social Media gefunden?
Wie bekomme ich Kund*innen?
Wie schaffe ich es, aus den sozialen Medien auszusteigen?
Ist es nicht beruflicher Selbstmord, nicht mehr auf Social Media zu sein?
dann kann ich dir schon einmal verraten, dass es in den nächsten Wochen, Monaten und Jahren um genau solche Fragen gehen wird in diesem Podcast.
Und natürlich existiert das Thema Social Media auch nicht im luftleeren Raum, sondern streift viele andere wichtige Bereiche wie ethisches Marketing, mentale Gesundheit, Datenschutz. Und deshalb wird es in dem Podcast durchaus auch um diese benachbarten Themen gehen.
Es ist auch völlig egal, ob du Einsteigerin bist oder schon erfahren. Ob du selbstständig bis oder im Unternehmen arbeitest, ob du Freiberuflerin bist oder Coach, Designerin oder Texter, virtuelle Assistenz oder mit Onlinebusiness oder mit was auch immer.
Wenn du schon jemals den Wunsch hattest, Social Media den Rücken zu kehren oder soziale Medien zumindest auf eine ANDERE Art und Weise zu nutzen, könnte ich mir vorstellen, dass wir eher Timon und Pumba werden und nicht so sehr Mufasa und Scar.
Eine Sache noch: Ich möchte die Folgen in diesem Podcast kurz und knackig halten, einfach weil ich selbst auch auf kurz und knackig stehe.
Das heißt, du wirst für die meisten Episoden nicht länger als zehn, fünfzehn Minuten einplanen müssen.
Mein Ziel ist es nicht, furchtbar ins Detail zu gehen, sondern ein, zwei Impulse pro Folge mit dir zu teilen und dir Mut zu machen.
Für dein eigenes Social-Media-freies Business.
Shownotes:

Themenwünsche?
Wenn dir ein wichtiges Thema im Podcast fehlt, sag mir gerne Bescheid. Ich freu ich mich auf deine Nachricht.