Verlag finden ohne Social Media: Was wichtig ist

Wer keine sozialen Medien nutzt, hat auch keine Chance, jemals an einen Buchvertrag zu kommen?

Mit meinem Verlagsbuch „No Social Media!“ habe ich andere Erfahrungen gemacht.😊

Was in meinem Fall wichtig war, um auch ohne eine eigene Social-Media-Präsenz einen Verlag für mich zu gewinnen, habe ich in diesem Blogartikel aufgeschrieben.

#1 SEO ist wichtig

Wusstest du, dass Lektor*innen gerne googeln?☺️

Mein Buch ist genauso zustande gekommen: Ein Lektor hat das Thema „Marketing ohne Social Media“ als ein spannendes Thema identifiziert, nach der Phrase gegoogelt, meine Website gefunden und mich angeschrieben.

Und auch viele andere Autorinnen, die nicht über Social-Media-freies Marketing geschrieben haben (😉), berichteten mir anschließend, dass es bei ihnen genauso war. 

Klar gibt es mit Social-Media-Plattformen wie Instagram oder Netzwerken wie LinkedIn inzwischen auch andere Möglichkeiten zur Recherche und Kontaktaufnahme. Doch good old Google ist immer noch ganz vorne mit dabei. 

Und das bedeutet für dich als angehende Autorin vor allem eins:

Suchmaschinenoptimierung (SEO) ist wichtig.

Schließlich soll ja deine Website ganz weit oben in den Suchergebnissen erscheinen, wenn eine Lektorin oder ein Lektor nach deinem Thema sucht. 

Fragen zum Weiterdenken

  • Wird deine Website für deine wichtigsten Themen gefunden?

  • Erscheint sie weit oben?

  • Wenn nicht: Für welche Themen möchtest du noch besser gefunden werden?

  • Möchtest du dich im Bereich Suchmaschinenoptimierung (SEO) weiterbilden? (Hier ist eine Möglichkeit.)

#2 Eine überzeugende Website ist wichtig

Nach dem Googeln kommt der Website-Check. Eine Website ist der erste Eindruck, den ein Lektor oder eine Lektorin von dir erhält, nachdem sie nach einem Begriff gegoogelt und auf ein Suchergebnis geklickt haben.

Hier sehen sich dich zum ersten Mal (gute Fotos sind wichtig!), lesen dich (gute Texte sind wichtig!) oder hören dich vielleicht sogar (hier wäre ein Podcast nice!). 

Es liegt auf der Hand, dass eine professionelle, persönliche Website bessere Karten hat als eine Website, die lieblos zusammengeschustert wurde.

Wie ist es bei dir?

Fragen zum Weiterdenken

  • Ist deine Website vorzeigbar?

  • Überzeugen deine Schlüsselseiten wie die Startseite oder Über-mich-Seite?

  • Kann man dich sehen, lesen, hören?

  • Hast du professionelle Fotos von dir auf deiner Website?

  • Möchtest du deine Websitetexte überarbeiten?

#3 Eine klare Nische ist wichtig

Versetze dich mal in die Position einer Lektorin: Sie hat ein bestimmtes Thema im Kopf, googelt nach einem Begriff und landet auf deiner Website. (Yay!)

Doch statt des konkreten Themas steht bei dir etwas nach dem Motto: „Ich helfe allen Menschen, alles zu tun.“

Wer alles für jeden anbietet, spricht meist niemanden so richtig an und hat es damit schwerer, Menschen von sich zu überzeugen.

Das gilt genauso für Lektor*innen, die Menschen suchen, die über ein bestimmtes Thema schreiben sollen.

Deshalb gilt: Mut zur Nische!

Wie ist es bei dir?

Fragen zum Weiterdenken

  • Wird auf deiner Website klar, für welches Thema du stehst und welche Probleme du löst?

  • Erneut: Überzeugen hier vor allem deine Schlüsselseiten wie die Startseite oder Über-mich-Seite?

  • Was willst du in den nächsten Wochen ändern, umschreiben, neu texten?

#4 Texte sind wichtig

Aus Verlagssicht ist nicht nur das Thema wichtig, sondern auch, ob du überhaupt in der Lage bist zu liefern.

Konkret heißt das:

Du weißt, was du kannst. Doch kann man dir auch objektiv zutrauen, 200, 300, 400 oder noch mehr Seiten unter Druck – schließlich wird es vertraglich formulierte Deadlines geben – zu schreiben?

Für mich ist die Sache ganz klar:

Eine Website mit drei mageren Seiten sendet in diesem Zusammenhang andere Vibes als eine Website mit vielen spannenden Texten.

Natürlich ist das ein stark vereinfachtes Beispiel, aber mein Punkt ist:

Wer gerne ein Buch schreiben will, sollte nicht mit dem Schreiben warten, bis er von einem Verlag gefunden wird, sondern schon vorher zeigen, dass Schreiben zu seinen Stärken und Leidenschaften zählt.

Ein Blog ist eine der einfachsten, günstigsten und effektivsten Möglichkeiten dafür.

Plus: Auch aus Sicht von Suchmaschinenoptimierung (SEO) ist ein Blog unschlagbar. 

Schließlich kommt man bei Webseiten, die man für Suchmaschinen optimiert, irgendwann an eine praktische Grenze. Bei einem Blog gibt es solche praktischen Grenzen nicht. Wir können, wenn wir lustig sind, jeden Tag drei suchmaschinenoptimierte Texte veröffentlichen und für die nächsten Jahre so weitermachen.  

Wie ist es bei dir?

Fragen zum Weiterdenken

  • Sendet deine Website diese „Ich schreibe gut und gerne“-Vibes? 

  • Hast du bereits einen gut gefüllten Blog oder ist da noch Luft nach oben?

  • Möchtest du dich zum Bloggen weiterbilden? (Hier ist eine Möglichkeit.)

  • Merkt man deinen Websitetexten und Blogartikeln an, dass Schreiben dein Ding ist? Oder verwendest du überwiegend Floskeln à la „Ich helfe dir dabei, dein Potenzial zu entfalten“ oder denglische Marketing-Bullshit-Phrasen wie „Lass uns die Team-Estimation challengen!“?

#5 Gastauftritte sind wichtig

Gehen wir ein paar Schritte zurück:

Wer googelt, landet vielleicht auf deiner Website, vielleicht aber auch nicht. Vielleicht landet diese Person auf einer anderen Website, und wie eindrucksvoll wäre es, wenn das ein Interview mit dir wäre?!😎

Das wäre deshalb so eindrucksvoll, weil so der Eindruck entsteht:

„Egal, wo ich zu diesem Thema gucke, Person X ist einfach überall.“

Oder:

„Man kommt bei diesem Thema gar nicht an Person X vorbei.“

Wie ist es bei dir? 

Fragen zum Weiterdenken

  • Vermittelst du diesen „Man kommt nicht an mir vorbei“-Eindruck?

  • Wirst du regelmäßig in anderen Blogs, Podcasts, Magazinen usw. zu deinem Thema interviewt oder ist da noch Luft nach oben?

  • Wartest du immer darauf, dass du gefragt wirst, oder bemühst du dich auch selbst regelmäßig um Interviews? (Hier habe ich aufgeschrieben, wie das geht.)

  • Könntest du dir vorstellen, für die nächsten 7 Tage jeden Tag jeweils 3 Menschen dein Thema zu pitchen? Probier es doch einfach mal aus und guck, was passiert.😏

Verlag finden ohne Social Media: Fazit

Nun wollte ich mit diesem Text natürlich nicht behaupten, dass du nur eine tolle Website brauchst – und schon flattert der Verlagsvertrag wie von selbst zu dir. 

Ich wollte dir nur ins Bewusstsein rufen: 

Auch unter Verlagsmenschen gibt es viele, die unabhängig von Social Media nach potenziellen Schreiberlingen recherchieren.

Sie googeln, hören Podcasts oder abonnieren Newsletter.

Wer davon träumt, ein Buch zu schreiben, tut deshalb gut daran, seine Onlinepräsenz einmal mit der Verlagsbrille zu betrachten und sich zu fragen:

  • Tauche ich weit oben bei den Themen auf, über die ich ein Buch schreiben will?

  • Überzeugt meine Website?

  • Wird meine Nische deutlich?

  • Sagt meine Website: „Hier ist jemand, der gut und gerne schreibt?“

  • Tauche ich auch in anderen Websites, Blogs, Podcasts, Magazinen und Co. auf und spreche ich dort über das Thema, über das ich auch ein Buch schreiben will?

Selbst wenn du die Sache selbst in die Hand nehmen und aktiv auf einen Verlag oder eine Agentur zugehen willst, sind diese Punkte wichtig.

Schließlich ist Glück, wenn Zufall auf Vorbereitung trifft.

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