Warum du das Bloggen hasst (und wie du das ändern kannst)

Eigentlich schreibst du gerne. Eigentlich schreibst du gut – zumindest hast du schon das ein oder andere Kompliment für deine Texte bekommen. Und dennoch quälst du dich Woche für Woche für deinen nächsten Blogpost.

Immer wieder zählst du, wie viele Wörter du noch brauchst, um über die magische Grenze von 1000 Wörtern zu kommen. Achthunderneunundsiebzig. Nur noch einhunderteinundzwazig Wörter bis zur Tausend – fast geschafft!

Ein Blogpost von mehr als 2000 Wörtern – das wäre zu schön, um wahr zu sein!

Es ist seltsam. Da kennst du sämtliche Artikel, die zum Thema Bloggen veröffentlicht wurden. Du weißt, wie du verlockende Überschriften schreibst, eine vernünftige Call-to-Action einbindest. Du hast eine Swipe File, in der du Inspiration gesammelt hast, die dir bis zum Jahr 2085 reicht.

Und dennoch gehört das Bloggen eindeutig nicht zu deinen Lieblingsbeschäftigungen. So gar nicht. Du würdest sogar so weit gehen zu behaupten, dass du es … ja: hasst!

Woran liegt das bloß?

Nun, die Kurzversion lautet: an deinem Mindset.

Willst du es genauer wissen? Okay, dann nenne ich dir jetzt vier Gründe, warum du das Bloggen hasst, und mit welchen Mindset-Hacks du das auf der Stelle ändern kannst.

 

Warum du das Bloggen hasst (und wie du das ändern kannst)

 

1 | Du vergleichst dich mit anderen

Oft ist es nur ein Satz. Ein einziger Satz, der ausreicht, um dich ins Zweifeln zu bringen.

Heute liest du zum Beispiel von einem Blogger, der wöchentlich drei bis vier Blogposts veröffentlicht und bist latent geschockt. Drei bis vier Blogposts? Du schaffst mit Mühe und Not einen! Und selbst diesen presst du geradezu aus dir heraus.

Frustriert klappst du deinen Laptop zusammen und starrst aus dem Fenster. Was läuft bei dir bloß schief?

Nun, die Diagnose ist eindeutig: Du leidest an Vergleicheritis. Vergleichteritis ist eine tückische, ansteckende Krankheit, die das Hirn des Bloggers befällt und in 98% der Fälle zum langsamen, aber sicheren Tod des Blogs führt. Meist ist die Bloggerkarriere schneller vorbei, als der Blogger „SEO“ sagen kann.

Denn wer kann sich schon mit all den tollen Fischen da draußen im Teich messen? Du sicher nicht. Die anderen haben das viel schönere Blogdesign, die spannenderen Themen, die aufregendere Schreibe, die höheren Preise, die besseren Testimonials …

Was kannst du den Menschen bieten? Gar nichts … Noch nicht einmal 3–4 Blogposts pro Woche …

Das Problem ist nicht nur, dass du dich mit anderen Bloggern vergleichst.

Das Problem ist, dass du deinen Anfang mit dem Höhepunkt ihres Erfolges vergleichst.

Du vergisst, dass die Menschen, die dich inspirieren und zu denen du aufsiehst, sich bereits in der Mitte oder gar auf dem Höhepunkt ihres Erfolges befinden.

Du bist nicht auf dem Höhepunkt deines Erfolges, sondern erst am Anfang.

Und wer am Anfang steht, braucht nicht bereits alles übers Bloggen, Marketing und Webdesign zu wissen, sondern sollte vor allem eine einzige Fähigkeit mitbringen: die Bereitschaft, Neues zu lernen.

Denn – surprise, surprise – auch die tollen Hechte da draußen haben mal als kleine Fische angefangen. Auch sie hatten zu Beginn einen Blog, der kaum Leser anlockte. Auch sie hatten ein Goodie, das keiner haben wollte. Auch sie hatten ein Design, das ihnen im Nachhinein die Fußnägel hochrollen lässt.

Nur sind diese Anfänge meistens gar nicht mehr sichtbar. Das langweilige Webdesign ist einem modernen Theme gewichen. Die langatmige Schreibe hat sich weiterentwickelt. Und über die Jahre hat sich ein treuer Tribe entwickelt, der zuverlässig jeden Blogpost kommentiert.

Wie sind sie dahin gekommen?

Sie haben gelernt. Sie haben gelesen und getestest und sie haben sich nicht davor gescheut, Dinge auszuprobieren …

Was uns bereits zum zweiten Grund bringt, warum du das Bloggen hasst.

 

2 | Du willst keinen „Fehler“ machen.

Wir haben keine „Fehler“kultur.

Siehst du, wie ich das Wort „Fehler“ in Anführungsstriche gesetzt habe?

Ich habe das gemacht, weil ich der Überzeugung bin, dass du dieses Wort für immer aus deinem Wortschatz verbannen solltest.

Erinnerst du dich? Schon in der Schule war es immer furchtbar schlimm, einen „Fehler“ zu machen … „Fehler“ waren gleichbedeutend mit einer schlechteren Note und wer will schon freiwillig schlechte Noten haben?

Wenn es Eines gibt, was alle Menschen in der Schule gelernt haben, dann, dass wir mit unseren Antworten möglichst auf Nummer sicher gehen sollten.

Also haben wir brav das runtergebetet, was die Lehrer von uns hören wollten … und unsere guten Noten einkassiert. Ich war zumindest so. So hatte ich vielleicht ein sehr gutes Abi in der Tasche, aber Eines hatte ich dadurch auf jeden Fall nicht: Kreativität.

Denn die Angst, Fehler zu machen, hat für dich als Bloggerin einen entscheidenen Nachteil: Sie bremst deine Kreativität.

Wenn du immer auf Nummer sicher gehst, bleibst du Durchschnitt. Du lernst nichts dazu. Du verbesserst dich nicht. Du findest keine neuen Lösungsmöglichkeiten.

Das „Auf Nummer sicher gehen“-Mindset ist großartig, um eine Eins in Religion zu bekommen, aber äußerst hinderlich, wenn du als Bloggerin durchstarten möchtest.

Kreativ sein kannst du nämlich nur dann, wenn du den sicheren Weg verlässt, wenn du etwas Neues ausprobierst und auch mal ein gewisses Risiko eingehst.

Und wenn der neue Weg nicht funktioniert, dann hast du keinen „Fehler“ gemacht, sondern herausgefunden, wie es nicht geht. So what?!

Deshalb: Verbanne das Wort „Fehler“ so schnell wie möglich aus deinem Wortschatz!

 

3 | Du hast Angst

Du hast Angst.
Du hast Angst, dass dein Plan nicht funktioniert.
Du hast Angst, dass du dich mit deinen Blogbeiträgen blamierst.
Du hast Angst, dass sich ein anderer Blogger von dir auf den Schlips getreten fühlt.
Du hast Angst, der großen weiten Welt zu verkünden: „Hallo, du da draußen! Hier bin ich. Schau her, was ich für dich tun kann!“

Manchmal ist der Mensch immer noch ein Steinzeitwesen. Insbesondere dann, wenn er Angst hat. Bei Angst kommen immer noch die alten Reaktionsmuster zum Tragen, die – du ahnst es vielleicht – eher unpraktisch sind, wenn du erfolgreich bloggen willst.

Fight or Flight

Eine Reaktionsmöglichkeit bei Angst ist zu kämpfen. Also beißt du die Zähne zusammen und kämpfst dich durch einen Artikel nach dem anderen. Nach dem Motto „Augen zu und durch“ bringst du Woche für Woche das Bloggen irgendwie hinter dich. (Und das merkt auch der Leser. Denn Artikel, die „hinter sich gebracht“ wurden, liest niemand so gerne.)

Vielleicht bist du aber auch auf der Flucht. Auf einmal hört sich alles verlockender an als Bloggen.

Kloputzen? Yeah, baby!

Und wolltest du nicht schon immer mal eine zwölfstöckige Geburtstorte für deine Cousine dritten Grades backen? Immer her damit!

Du machst alles andere, nur nicht das, was eigentlich ansteht: das Bloggen.

Dabei ist nur eine kleine Änderung deines Mindsets von Nöten, damit du entspannt bloggen kannst: Ersetze deine Angst durch Neugierde.

Ja, statt dir vor jedem Blogbeitrag die Fingernägel abzukauen, sei doch einfach mal neugierig!

Neugierig darauf, was passiert, wenn du auf „veröffentlichen“ klickst.
Neugierig darauf, wie dein neuer Beitrag bei den anderen ankommen wird.
Neugierig darauf, wer kommentiert.
Neugierig darauf, welchen Stein dein Beitrag ins Rollen bringt.
Neugierig darauf, welche Türen sich dadurch für dich öffnen und welche schließen werden.
Neugierig darauf, welche neuen Kunden durch den Beitrag zu dir finden und wer gehen wird.
Neugierig darauf, welche neuen Aufträge du durch den Beitrag generieren wirst.

Egal, wie sehr du dich verrückt machst – die Reaktionen der anderen Menschen entziehen sich völlig deiner Kontrolle. Dann kannst du es auch eh entspannt angehen lassen und einfach neugierig sein, findest du nicht?

 

4 | Du bist nicht authentisch

Du bloggst über SEO, weil es alle gerade so machen. Du schreibst über Inbound Marketing, weil es der neueste Hype ist. Du dümpelst auf Facebook rum, weil es von dort den meisten Traffic geben soll und … weil frau es halt so macht. Du recherchierst Themen, die dich nicht wirklich interessieren. Weil du denkst, dass du es machen musst. Weil du sonst nicht mitreden kannst. Oder den Anschluss verpasst.

Du verstellst dich. Du bist nicht du, wenn du bloggst. Du spürst, dass dir Bloggen so keine Freude macht, dass es eine Qual für dich ist. Jede Woche aufs Neue.

Und sollte Bloggen nicht eigentlich Spaß machen? (Ja, sollte es!) Dieses halbherzige Geblogge mit angezogener Handbremse … Wie lange du das wohl noch durchhalten kannst? (Wahrscheinlich nicht lange.)

So wichtig es ist, up to date zu sein – wer jedem Trend hinterherläuft, verpasst schnell das Wesentliche: sich selbst.

Authentizität ist wichtiger als ein hippes Thema oder ein bestimmter Social-Media-Kanal.

Mut zur Lücke

Du musst nicht über jedes Thema bloggen, nur weil es gerade hip ist.
Du musst nicht auf jedem Social-Media-Kanal präsent sein, nur weil es von dort den meisten Traffic gibt.

Du. Musst. Gar. Nichts.

Bleib du selbst und schreibe darüber, was dir am Herzen liegt.
Schreibe darüber, wozu du was zu Sagen hast.
Schreibe darüber, was du kannst.

Lieber zwei leidenschaftlich geschriebene Blogartikel pro Monat als jede Woche zwei halbherzige.
Lieber zwei überzeugende Social-Media-Profile als vier, in die du kaum Zeit investierst, weil du sie hasst.

Anstatt den neuesten Trends hinterherzujagen, geh lieber auf die Suche nach deiner inneren Stimme. Finde heraus …,
– was dich wirklich interessiert
– was dich antreibt
– was du zu sagen hast
– was du denkst, noch bevor du es niederschreibst.

Bevor du einen Blogartikel schreibst, stelle dir folgende Fragen: Bringt mich das Thema meinem (großen) Ziel näher? Festigt es meine Rolle als Expertin für meinen Bereich? Habe ich dazu überhaupt etwas Gehaltvolles zu sagen?

Nein? Dann lass es bleiben … oder wunder dich zumindest nicht, dass du das Bloggen so anstrengend findest. 😉

 

Warum du das Bloggen hasst – ein Fazit

Wenn du dich Woche für Woche durch deinen Blogartikel quälst, muss das nicht immer an deinen Bloggerkünsten liegen. Das richtige Mindset ist mindestens genauso entscheidend wie deine Schreibfähigkeiten.

Was ist das ideale Mindset füs Bloggen?
Wenn du gerne bloggen möchtest, solltest du
– aufhören, dich mit anderen zu vergleichen (insbesondere deinen ANFANG mit ihrer MITTE) und stattdessen
– authentisch bleiben
– das Wort „Fehler“ aus deinem Wortschatz verbannen, stattdessen mehr experimentieren und auch mal ein Risiko eingehen
– Angst durch Neugierde ersetzen

Hast du dich in einem der vier Punkte wiedererkannt? Verrat es mir jetzt in deinem Kommentar!