Social-Media-Marketing für Leute, die eigentlich keine Zeit dafür haben

Social-Media-Marketing ist zeitraubend.

Social-Media-Marketing kostet Geld.

Social-Media-Marketing ist stressig.

Social-Media-Marketing macht keinen Spaß.

Glaubst du das auch?

Dann sehen deine Social-Media-Aktivitäten möglicherweise so aus: Du setzt dich morgens an den PC und checkst als erstes deine sieben Social-Media-Accounts. Du likest hier und favst da. Du hinterlässt eine Reply auf Twitter, repinnst ein Zitat auf Pinterst, kommentierst ein Bild auf Facebook und ein Video auf YouTube. Ehe du es dich versiehst, sind zwei Stunden vergangen und du hast immer noch nichts Eigenes gepostet. Spätestens jetzt stehst du unter Druck: Was zum Kuckuck sollst du bloß teilen, twittern oder pinnen? Du teilst einen Artikel, den du zufällig noch in einem geöffneten Tab entdeckt hast, und atmest durch. Puh. Für heute reicht das mit diesem Social-Media-Marketing.

Wenn dir das auch nur ansatzweise bekannt vorkommt, dann spitz jetzt deine Ohren. Beziehungsweise deine Augen.😉

Denn heute möchte ich dir zeigen, wie du deine Social-Media-Kanäle pflegst, wenn du

  • nur wenig Zeit hast (haben wir das nicht alle?!)
  • kein Geld ausgeben willst
  • und dabei völlig entspannt bleiben möchtest

Klingt gut? Dann los!

 

Social Media Marketing für Gestresste

 

1 | Konzentriere dich auf wenige Social-Media-Kanäle

Wenn du erst mit deinem Online Business gestartet bist, sind sieben Social-Media-Kanäle definitv zu viel. Auch sechs, fünf und sogar noch vier Social-Media-Kanäle werden dich bei deinem Business-Start überfordern.

Für den Anfang gilt: Qualität vor Quantität. Oder auch: Klasse statt Masse.

Sieben ungepflegte Social-Media-Kanäle, die du nur unregelmäßig mit Content fütterst und die nicht mehr als eine Handvoll Follower haben, schaden dir eher, als dass sie nutzen.

Ein oder zwei Social-Media-Kanäle reichen für den Anfang aus. Vollkommen.

Um den idealen Social-Media-Kanal für deinen Start auszuwählen, können dir die Antworten auf folgende Fragen helfen:

  • Wo treibt sich deine Zielgruppe rum?
  • Welcher Kanal liegt dir am meisten und macht dir dazu noch Spaß?
  • Wo hast du bereits eigene Erfahrungen gesammelt? (Was hast du zum Beispiel selbst bereits privat genutzt?)

Sich am Anfang für einen, maximal zwei Social-Media-Kanäle zu entscheiden hat einen entscheidenden Vorteil: Du kannst ihm nicht nur deine gesamte Zeit und Energie widmen, sondern dich auch ganz gezielt in diesem Bereich weiterbilden. Bringe für diesen Social-Media-Kanal in Erfahrung,

  • wie du dein Profil optimierst
  • mit welchen Strategien du dein Following vergrößerst
  • welcher Content bei deiner Zielgruppe am besten ankommt
  • zu welchen Zeiten und wie oft du idealerweise postest und
  • welche Größe die Bilder, die du uploadest, haben sollten

Erst wenn du dich auf diesem Kanal wie ein Fisch im Wasser fühlst (oder zumindest nicht untergehst), kannst du einen weiteren Social-Media-Kanal hinzunehmen. (Und dann noch einen und noch einen … Du verstehst?)

Wenn du etwa 4–6 Wochen pro Social-Media-Kanal zum Kennenlernen und Orientieren einplanst, bist du auf der sicheren Seite. Ja, selbst wenn du das Netzwerk früher intensiv privat genutzt hast und die Basics kennst, ist es eine gute Idee, sich diese Zeit zu lassen. Social Media für Kommunikation mit Freunden zu nutzen ist das eine, Social Media zu Marketingzwecken etwas völlig anderes.

 

2 | Entwickle eine Content-Strategie

Bevor du auch nur irgendetwas postest, brauchst du eine Content-Strategie. Denn natürlich solltest du nicht Bilder vom 70. Geburtstag deiner Tante Gerda posten, sondern ausschließlich Content, der relevant und nützlich für deine Zielgruppe ist.

Ja, selbst wenn du in Status-Updates persönliche Informationen über dich preisgibst, sollten diese doch immer auch in Bezug auf deine Zielgruppe ausgewählt werden. Es geht also nicht darum, welcher Content dir gefällt und dir bei deinem Problem hilft (außer du bist deine eigene Zielgruppe), sondern darum, was für deine Zielgruppe informativ oder unterhaltsam ist. Überlege dir daher gut, welchen Content du auf deinen Social-Media-Kanälen teilen möchtest.

Wenn du einen Wunschkundenavatar erstellt hast, weißt du im Übrigen genau, was deine Zielgruppe braucht, wofür sie sich interessiert und wo ihr Schuh drückt. Dieses Wissens kannst du bei deinem Social-Media-Marketing aufgreifen.

Grundsätzlich kommen folgende Arten von Content für deine Zielgruppe infrage:

  • deine eigenen Blogartikel
  • Artikel von anderen Bloggern, aus anderen Magazinen etc.
  • Status-Updates (Persönliches)
  • Bilder
  • Zitate
  • witzige Sprüche (sparsam)
  • GIFs (sehr sparsam)
  • saisonaler Content („Frohe Ostern“, „Rutscht gut ins neue Jahr“)
  • Promoten eigener Produkte, Dienstleistungen

Was du zusätzlich beachten sollstest:

  • Konsistenz: Versuche, von Beginn an eine klare Linie zu fahren.
  • Pareto-Prinzip: Richte deine Content-Strategie nach der 80/20-Regel aus. 20% deiner Inhalte sollten sich um dich und deine Angebote drehen. 80% um die Inhalte anderer.
  • Netzwerkspezifischer Content: Jeder Kanal hat seine eigenen Regeln. Was auf dem einen Kanal gut ankommt, geht auf dem anderen vielleicht unter. Gerade deshalb ist es so wichtig, dass du dir die Zeit gibst, die du brauchst, um einen Kanal richtig gut kennenzulernen.

Der Vorteil einer Content-Strategie ist nicht nur, dass du damit zielgruppen- und netzwerkspezifsch postest, sondern dass du dir auch nicht jeden Tag aufs Neue den Kopf über Inhalte zerbrechen musst.

 

3 | Sammle deinen Content

Nachdem du für dich geklärt hast, welche Kanäle du bedienen möchtest und was überhaupt nützlicher und relevanter Content für deine Zielgruppe ist, kann’s losgehen.

Jetzt kannst du anfangen, diesen Content konsequent zu sammeln. Das hört sich aufwendiger an, als es ist.

Wenn du andere Blogs liest und deinen Influencern auf den sozialen Netzwerken folgst, wirst du ganz automatisch über interessante Blogartikel für deine Zielgruppe stolpern. Gleiches gilt, wenn du für dich selbst zu einem Thema recherchierst, in dem du dich weiterbilden möchtest. Im Grunde kannst du alle Texte, Bilder und Zitate, denen du begegnest, darauf überprüfen, ob sie auch deiner Zielgruppe Mehrwert bieten könnten. Deine eigenen Blogartikel kannst du übrigens hervorragend zu Tweets verwurschteln.

Was du jetzt noch brauchst, ist ein System, mit dem du dir das Content-Sammeln organisierst.

Ich mache das natürlich – wie konnte es anders sein – in Evernote. 

Für jedes Thema, zu dem ich posten möchte, habe ich mir eine Notiz angelegt, in der ich Artikel, Zitate, Bilder etc. sammel. Diese „on-the-go“-Methode nimmt nicht viel Zeit in Anspruch, ist aber für mich unheimlich effektiv.

 

4 | Plane deinen Content – in einem Rutsch

Jetzt fehlt dir nur noch eins für dein entspanntes Social-Media-Marketing: ein Planungstool.

Wenn du dafür (noch) kein Geld ausgeben möchtest, kann ich dir Hootsuite empfehlen. Hier kannst du unbegrenzt viele Posts kostenlos einplanen. 

Was denkst du, nimmt mehr Zeit in Anspruch? Wenn du dich jeden Morgen hinsetzt und die Beiträge für den Tag planst? Oder wenn du dir jeweils zu Beginn und in der Mitte des Monats einen Zeitblock von 2 Stunden reservierst und damit den Social-Media-Content für zwei Wochen im Voraus planst?

Bei Hootsuite kannst du deine Beiträge übrigens auf 5 Minuten genau terminieren.

 

5 | Interagiere mit deinen Followern und Influencern 

Jetzt kannst du dich erstmal entspannen. Denn mit dem vorgeplanten Content bist du schonmal gut aufgestellt. Du bist auf deinen Social-Media-Kanälen präsent und versorgst deine Follower mit nützlichem Content.

Doch vorgeplanter Content alleine reicht leider nicht aus. Du solltest mit deinen Followern und Influencern interagieren. Fave, like, retweete und teile andere Beiträge, betelige dich an einem Chat und nimm an Diskussionen teil, folge neuen Accounts. Wenn du mit anderen interagierst, stärkst du nicht nur die Beziehungen zu ihnen, sondern wirst auch für deren Follower präsent.

Aber: Kein Stress. Wenn du deine Beiträge vorgeplant hast, hast du bereits ein gutes Grundgerüst und kannst ganz locker an die Interaktionen herangehen. Zweimal 5–10 Minuten täglich reichen pro Social-Media-Account aus.

 

Was du beachten solltest:

  • Spaß: Auch wenn du ein Business betreibst – Spaß und eine gewisse Leichtigkeit sollten meiner Meinung nach auch auf sozialen Netzwerken nicht zu kurz kommen. Ein Smiley am richtigen Platz oder eine kurze, witzige Reply sind manchmal besser als ein ellenlanger, ernsthafter Kommentar.
  • Netiquette: Jedes Netzwerk hat seine eigenen „Benimmregeln“. Je besser du sie kennst, desto professioneller wirkst du.

 

Wie sieht es bei dir aus? Planst du den Content auch für einen längeren Zeitraum vor? Oder entscheidest du eher spontan, was du postest?