Pinterest SEO – Warum Pinterest eine Suchmaschine ist (und kein Social-Media-Kanal!)

Selbst Fünfjährige wissen, dass Google eine Suchmaschine ist.
(Quelle: Gefühl)

Doch inzwischen gibt es eine zweite mächtige, bislang enorm unterschätze, jährlich bei immer mehr Menschen beliebtere Suchmaschine namens Pinterest. Und das wissen leider noch nicht mal die meisten Erwachsenen.

Wenn du bisher dachtest, dass Pinterest nur ein weiterer Social-Media-Kanal ist, den es neben Facebook, Instagram & Co. zu bespielen gilt – nope. *hier bitte ein entschiedenes Kopfschütteln dazudenken*

Dass Pinterest tatsächlich eine Suchmaschine ist und wie sie funktioniert, das möchte ich dir in diesem Artikel zeigen.

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Pinterest SEO – Warum Pinterest eine Suchmaschine ist (und kein Social-Media-Kanal!)

 

1 | WARUM PINTEREST KEIN SOCIAL-MEDIA-KANAL IST

First things first. 

Räumen wir doch zunächst mal mit dem gängigen Vorurteil, dass Pinterest ein Social-Media-Kanal ist, auf und schauen uns das typische Pinterest-Nutzerverhalten an.

Der gemeine Pinterest-Nutzer nutzt Pinterest nämlich gar nicht, weil er wissen will, wie es seinen Freunden so geht oder weil er sich mit seinen Kollegen und potentiellen Kunden vernetzen will, sondern weil er etwas sucht: Rezeptideen fürs Abendessen, einen Hack für das langweilige IKEA-Regal oder ein Motto für die nächste Kindergeburtstagsparty.

Während Nutzer auf Instagram, Facebook und Twitter überwiegend eigenen Content in Form von Statusupdates oder Bildern kreiern, sind auf Pinterest 80% aller Inhalte weitergepinnte Pins, also: Repins. Der überwiegende Teil aller Pinterest-Nutzer teilt also bereits vorhandenen Content mit seinen Followern. Zwar gibt es auch auf Instagram, Facebook & Twitter die Möglichkeit, Beiträge zu teilen bzw. zu retweeten. Doch überwiegend wird auf diesen Netzwerken eigener Content erstellt. 

LIKE-BUTTON

Und erinnert sich noch jemand an den Like-Button?

Wenn wir ehrlich sind, hat sich die Funktion des Like-Buttons auf Pinterest nie wirklich erschlossen. Er war da, und viele haben ihn genutzt, um Ideen zu markieren, die nicht so richtig auf die Pinnwände gepasst haben, oder auch um potentielle Follower auf sich aufmerksam zu machen. Doch nun wurde der Like-Button entfernt und damit kannst du – im Gegensatz zu Instagram, Facebook und Twitter – Pins nicht mehr liken.

Damit hat Pinterest in meinen Augen erneut unter Beweis gestellt, was es nicht sein will: ein Social-Media-Kanal. 

KOMMENTARE

Auch die Kommentar-Funktion fristet ein klägliches Dasein. 

Eine kleine Umfrage in meiner Facebook-Gruppe Pinterest für Blog + Business ergab zum Beispiel, dass die meisten die Funktion gar nicht erst nutzen. Kommentaren kommt auf Pinterest nicht annähernd die Bedeutung zu wie auf Facebook, Twitter und Instagram. Und die meisten, die auf Pinterest kommentieren, sind (leider, leider) immer noch Spam-Accounts. 

Insofern würde es mich nicht wundern, wenn nach dem Like-Button die Kommentare als nächstes dran glauben müssten …

Immer noch nicht ganz überzeugt? Dann lassen wir doch mal den Meister höchstpersönlich sprechen:

„When we talk to people about Pinterest we often describe it as not a social network. (…) Social networks are about communicating with other people. Pinterest is really about planning and getting ideas for your own personal life. (…) With social networks, it’s them time. With Pinterest, it’s me time.“ 

Ben Silbermann, CEO von Pinterest, Quelle
 

2 | DIE VISUELLE SUCHMASCHINE PINTEREST

Auf Pinterest geht es also nicht um Netzwerken, Statusupdates und Kommunikation mit Familie, Freunden und Kollegen, sondern um das Entdecken von Ideen für deinen Alltag: Rezepte, Wohnungseinrichtung, Mode, Kinder, Bildung … Willst du mal gucken, welche Kategorien es auf Pinterest sonst noch gibt?

Auf der Web-Oberfläche klickst du dazu auf das Kompasssymbol neben der Suchleiste:

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Nun kannst du in den vorhandenen Kategorien stöbern – von A wie Architektur bis Z wie Zitate.

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In der Pinterest-App auf deinem Smartphone kannst du die Kategorien zusätzlich noch nach Priorität ordnen. Wie das geht, habe ich hier unter Punkt 8 gezeigt. 

Besonders viel Spaß wird das Entdecken von Ideen zukünftig bestimmt mit Shop the Look machen – einer Funktion, die es bisher in Deutschland leider noch nicht gibt. Siehst du „in der wirklichen Welt“ zum Beispiel einen Stuhl, der dir gefällt, kannst du ihn fotografieren und Pinterest zeigt dir, wie der Stuhl heißt und wo du ihn kaufen kannst. Ziemlich einzigartiges, geniales Feature, wenn du mich fragst. 

Apropos megageniale visuelle Suchfunktion: 

Die meisten Menschen sind visuell veranlagt. Wir lernen besser, wenn wir Bilder sehen. Und es ist leichter, durch eine Reihe von Bildern zu scrollen, als sich ausschließlich durch Text und Links zu wühlen. 

Ganz platt ausgedrückt: Warum sollte jemand etwas googeln und sich durch viel Text quälen, wenn er genauso gut auch auf Pinterest suchen kann und die Suchergebnisse sogar in hübschen Grafiken aufbereitet sind? 

Die Prognose ist, dass im Jahr 2018 ganze 84% der Internet-Kommunikation visueller Content sein wird. (Quelle)

Vier. Und. Achtzig. Prozent! Man muss kein großer Prophet sein, um vorherzusagen, dass Pinterest als visuelle Plattform neben YouTube und Instagram immer weiter an Bedeutung gewinnen und Google als Suchmaschine mächtig Konkurrenz machen wird. 

By the way: Schon jetzt sucht bereits ein Drittel aller Pinterest-Nutzer lieber mit Pinterest als mit Google. Wie du deine Inhalte für die Suchmaschine Pinterest optimierst, erfährst du übrigens in meinem Minikurs.

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PINTEREST-NUTZER SUCHEN ANDERS

Und doch gibt es einen entscheidenden Unterschied zwischen den beiden Suchmaschinen, und das ist wiedermal das Nutzerverhalten:

Der gemeine Google-Nutzer weiß nämlich ganz genau, was er will. Er hat konkrete Fragen wie „Wie heißt Dumbledore mit Vornamen?“ oder „Wer war der 23. Präsident der Vereinigten Staaten?“ und will eine eindeutige, korrekte Antwort. 

Pinterest-Nutzer hingegen wissen noch nicht so recht, was sie eigentlich wollen. Sie haben Fragen, auf die es grundsätzlich mehrere Antworten gibt und halten sich erstmal alle Möglichkeiten offen. Sie stehen oft kurz vor einer Entscheidung, planen ein Ereignis und wollen sich inspirieren lassen. Sie suchen nach Ideen für ihren nächsten Urlaub, für die Kindergeburtstagsparty oder das Abendessen. Genau diese Offenheit und Flexibilität der Pinterest-Nutzer macht Pinterest so einzigartig.

Manchmal wissen Pinterest-Nutzer auch selbst gar nicht, was sie wollen, bis es Pinterest ihnen sagt. Ziemlich scary, wenn man es sich genauer überlegt. Und jetzt Butter bei die Fische: Wie oft hast du auf Pinterest etwas Tolles gefunden, wonach du ursprünglich gar nicht gesucht hattest?! 

GUIDED SEARCH

Eine große Rolle für diese „Pinterest-Serendipity“ spielt mit Sicherheit die Guided-Search-Funktion, die Pinterest Ende April 2014 eingeführt hat. 

Dass Pinterest für diese Suchfunktion gerade mit Slogans wie „Finde, wonach du suchst und noch mehr.“ oder „Manchmal weiß man nicht, wonach man sucht, bis man es gefunden hat.“ wirbt, ist natürlich nicht weiter erstaunlich.

Analog zu „Google Suggest“ tippst du einen Begriff in die Suchmaske und bekommst weitere Suchbegriffe vorgeschlagen, um deine Suche zu verfeinern. 

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Klickst du anschließend auf „Herzhaft“, wandert der Begriff zusätzlich in die Suchmaske, sodass die Suchanfrage nun „Pfannkuchen herzhaft“ lautet. Jetzt bekommst du nur noch herzhafte Pfannkuchen angezeigt. 

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Ende Juli 2017 verkündete Pinterest übrigens, dass die Suchmaske zukünftig in der Pinterest Smartphone App bereits im Home Feed zu sehen sein wird (Quelle)

Damit macht es Pinterest noch einfacher, nach Ideen auf dem Smartphone zu suchen. Eine klare Aufwertung für die Suchfunktion und damit ein weiterer Hinweis darauf, dass Pinterest selbst als Suchmaschine verstanden werden will und nicht als ein Social-Media-Kanal.

INSTANT IDEAS

Der entscheidende Unterschied zu Google ist aber nicht nur das visuelle Element, sondern dass Pinterest nicht ausschließlich die besten Ergebnisse für einen Suchbegriff anzeigt, sondern auch ähnliche.

Entdeckst du zum Beispiel einen Pin, den du interessant findest, kannst du einfach auf den weißen Kreis auf dem Pin tippen und Pinterest zeigt dir ähnliche Pins an. 

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Hast du beispielsweise auf der Suche nach einem neuen Rezept fürs Abendessen ein Pfannkuchenrezept gefunden, kannst du auf den Kreis klicken, um dir noch weitere Pfannkuchenrezepte anzeigen zu lassen und sie miteinander zu vergleichen.

 

FAZIT

Wie du siehst, hat Pinterest gar nicht so viel mit Instagram, Facebook und Co. zu tun, sondern viel mehr mit Google. Hast du ein Business und willst du von potentiellen Kunden gefunden werden, dann kommst du an Pinterest nicht mehr vorbei. 

Ach, und wenn du abschließend einen weiteren, triftigen Grund für Pinterest brauchst, bitte schön: Pinterest wird von Google indexiert. Das heißt nichts anderes, als dass dein Profil, deine Pinnwände und Pins in den SERPs (Google-Suchergebnissen) auftauchen und so – über den Umweg Pinterest – zu deiner Website führen. 

Wenn du heute mit Pinterest startest, könntest du bereits in wenigen Wochen bereits von zwei Suchmaschinen profitieren.

Ich sag ja nur …